Die Nacht, mein Baby und ich

„Wer schreitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist die Mutter mit ihrem Kinderwagen-Kind!“ So oder so ähnlich lauten die Zeilen, die Goethe 1782 einfühlsam zu Papier gebracht hat. Ok, Spaß beiseite. Das habe ich mir natürlich ausgedacht. Während ich hier sitze. Wach. Nachts um vier. Müde. Hundemüde sogar, um genau zu sein. Aber mein Baby halt nicht. 

Seit etwa 170 Tagen bin ich immer dann wach, wenn andere schlafen. Manchmal nur für zwanzig Minuten. Aber eben auch mal für mehrere Stunden. Dann laufe ich, mal geduldig und mal genervt, mit meiner Tochter in der Trage auf und ab. Oder gehe mit ihr raus. In die Dunkelheit. Weil ab und zu nichts anderes hilft, um das schreiende Kind zu beruhigen. Weil es Nächte gibt, in denen Milch, Schnuller und Kuscheltiere eben nicht ausreichen. Und deshalb weiß ich, dass die Welt nachts eine andere ist. 

Denn in der Nacht ist die Welt friedlich. Friedlich, weil kaum Autos fahren. Friedlich, weil außer dem Baby nichts zu hören ist. Und friedlich, weil die meisten Menschen endlich zur Ruhe kommen. Keine E-Mails schreiben oder Termine vereinbaren müssen. Keine Diskussionen führen oder Beschwerden einreichen können. Deshalb steht die Welt still. Für fünf, sechs Stunden. Bevor die Sonne aufgeht und ein neuer Tag anbricht. Ein Tag voller E-Mails, Diskussionen und Beschwerde-Briefen. Denn Nachts schlafen alle. Naja, bis auf manche Eltern eben.

Genau deshalb genieße ich diese nächtlichen Momente. Sie gehören nur uns. Meinem Baby und mir. Und auch, wenn mir nach einer anstrengenden Nacht die Augenringe bis zu den Kniekehlen hängen, werde ich es vermissen. Irgendwann. Sobald sie durchschläft. Wenn uns dann nur die Tage bleiben. Und ich zwischen Kindertränen, Wäschebergen und kochendem Nudelwasser hin und her rennen muss. Tausend Sachen managen muss. Mich aufteilen muss. Es ist und bleibt also die Nacht, die ihren stillen, aber zauberhaften Schleier über alles legt. Es ist die Nacht, die nicht nachfragt, wann das Essen fertig ist oder wann der nächste Zahnarzt-Besuch fällig wird. Das alles ist der Nacht egal. Vielleicht hat Goethe das geahnt. Damals, 1782.

Zehn Fragen an eine Hexe

Hexen. Bis ins 18. Jahrhundert galten sie als böse, intrigant und gefährlich. Wurden gefoltert, ja sogar getötet. Anders heute. Von der Filmbranche werden sie gefeiert und junge Fans füllen immer wieder ganze Kinosäle. Doch gibt es Hexen tatsächlich? Und wenn ja, können sie zaubern? Um diese Fragen zu beantworten, habe ich mit Alice (23) gesprochen, die sich selbst als Wicca bezeichnet. Sie gehört damit einer modernen Bewegung an, die auch als Religion der Hexen bekannt ist. Da ich mich für diese religiöse Strömung interessiere, habe ich genauer nachgefragt…

Was kann ich mir unter der Religion „Wicca“ vorstellen?

Wicca ist eine neuheidnische Bewegung. Das heißt, dass Teile alter heidnischer Religionen modern interpretiert und ausgelebt werden. Da Wicca relativ jung ist und eher ein Konzept der Lebenseinstellung darstellt, gibt es viele verschiedene Strömungen. Zwar existieren übereinstimmende Punkte, wie z.B. Feiertage, dennoch gibt es unterschiedliche Glaubensvorstellungen und Traditionen. Am wichtigsten für alle Wicca ist aber die eigene Spiritualität.

Wie wird man eine Wicca? Kann das jeder, oder braucht es spezielle Fähigkeiten?

Fähigkeiten braucht es keine. Jedoch sollten gewisse Glaubens- und Moralvorstellungen vorhanden sein. Diese werden allesamt vorgegeben. Karma und Wiedergeburt sind an dieser Stelle zwei Beispiele. Außerdem verehren wir die Natur und ihre allumfassenden Kräfte. Wer also die Erde und seine Lebewesen nicht wertschätzt, passt nicht zu uns. Ansonsten kann jeder Wicca werden, der es möchte. Das bedeutet jedoch einen Weg zu beschreiten, der vor allem die persönliche Entwicklung betrifft.

Dürfen sich Männer ebenfalls der Bewegung anschließen?

Natürlich. Genau genommen bedeutet der Begriff Wicca sogar Hexer oder Zauberer. Im Endeffekt spielen Alter, Geschlecht und Herkunft aber keine Rolle.

Würdest du dich selbst als Hexe bezeichnen?

Der Begriff Hexe wird immer noch fehlinterpretiert. Viele verbinden damit Hexen und Zauberer aus Filmen, wie etwa Harry Potter oder Sabrina. Deshalb werde ich selten ernst genommen, wenn ich mich als Hexe bezeichne. Ich persönlich bevorzuge den Begriff Wicca oder sage schlichtweg, dass ich einem heidnischen Glauben angehöre, wenn ich gefragt werde.

Dann denkst du also nicht, dass Hexen von den Medien realistisch dargestellt werden?

Absolut nicht. Die Darstellung von Hexen im Fernsehen ist fantasievoll und überzogen. Eine realistische Abbildung gibt es nur selten. Der Film Hexenclub erinnert zwar stark an Wicca, nimmt sich zugunsten der Unterhaltung allerdings zu viele Freiheiten. Die Netflix-Serie Chilling Adventures of Sabrina greift ebenfalls einige Wicca Elemente auf. Aber auch hier ist die Darstellung immer wieder unrealistisch.

Schaust du dir solche Filme trotzdem an?

Ja, super gerne sogar. Sie helfen nur leider nicht dabei, dass Dritte uns Wicca, beziehungsweise Hexen im Allgemeinen, besser verstehen können.

In den genannten Filmen spielt Magie eine wichtige Rolle. Kannst du denn zaubern oder mit übernatürlichen Wesen kommunizieren?

Die Magie der Wicca funktioniert nicht wie im Film. Es gibt keinen Zauberspruch, den man aufsagt und dann hat man plötzlich viel Geld auf dem Konto oder eine neue Haarfarbe. Zaubern ist vielmehr vergleichbar mit einem Gebet. Rituale und Meditation sollen als Hilfsmittel dazu dienen, Ziele durch positive Energie zu verfolgen und so uns selbst und anderen zu helfen. Wichtig dabei ist, dass wir unsere Gedanken fokussieren und mit den Göttern sowie der Natur in Verbindung treten. Die Kommunikation mit übernatürlichen Wesen ist ebenfalls Teil vieler Wicca Traditionen und schließt Geister sowie Engel mit ein. Ob man mit ihnen kommunizieren kann, hängt am Ende von der eigenen Einstellung und dem Willen des Wesens, mit dir in Verbindung zu treten, ab. 

Bald ist Halloween. Hat das Fest für Hexen eine besondere Bedeutung?

Alle Feiertage richten sich nach dem mythologischen Jahr und speziellen Ereignissen der Natur. Zum Beispiel Jahreszeiten oder Sonnenwenden. Halloween (auch genannt Samhain) ist der Tag, an dem die Schwelle zwischen den Welten am geringsten ist. Sie markiert das Ende des Herbstes und den Beginn des Winters. Samhain ist das Totenfest der Wicca, weshalb man an diesem Tag den Verstorbenen gedenkt. In meiner Tradition, die sich an der griechischen Mythologie orientiert, steht Samhain mit der Entführung von Persephone in Verbindung. Persephone kehrt in die Unterwelt zurück, und vor Trauer leitet ihre Mutter den Winter ein.

Gibt es bestimmte Rituale, die du an diesem Tag vollziehst?

Wir Hexen gestalten an Halloween einen ganz besonderen Altar. Mit Fotos von Verstorbenen. Kerzen. Und Kürbissen. Ich persönlich schmücke den Tisch außerdem mit Gegenständen, die von Bäumen gefallen sind.

Okay, eine letzte Frage noch: Gibt es auch Hexen, die nicht der Wicca-Bewegung angehören? Falls ja, was unterscheidet euch?

Alle Wicca sind Hexen. Aber nicht alle Hexen sind Wicca. Was uns unterscheidet, spielt in erster Linie keine Rolle. Wichtiger ist vielmehr, was wir gemeinsam haben. Und das ist unsere tiefe Verbindung zu den geheimnisvollen Kräften des Universums.

Darüber sprechen Babymamas nicht

Gleich vorne weg: jede Schwangerschaft ist anders und auch im Wochenbett machen Frauen unterschiedliche Erfahrungen. Manche Mütter tun sich von Beginn an leicht, andere hadern monatelang mit sich und der neuen Situation. Häufig sind es ähnliche Sorgen, die frisch gebackene Mütter plagen. Doch diese Sorgen auszusprechen – das trauen sich viele nicht. Immer noch gelten einige Themen als Tabu. Gewichtsprobleme? Nicht in den Sozialen Netzwerken! Überforderung? Nicht auf der Kino-Leinwand! Heute spreche ich deshalb die Probleme und Sorgen junger Mütter an und hoffe, dass sie in der Gesellschaft mehr Akzeptanz finden.

Den Babybauch nicht mögen

Eine Schwangerschaft ist anstrengend. Die zusätzliche Belastung, die der Körper einer werdenden Mutter aushalten muss, ist mit nichts zu vergleichen. Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, schlaflose Nächte und nicht zuletzt der stündliche Gang auf die Toilette. Das alles geht zurück auf den wachsenden Bauch, den so manche Schwangere als lästig empfinden kann. Deshalb fühlen sich einige Mamas unsicher, wenn sie ihren Babybauch nicht genießen können. Schließlich muss man ja dankbar sein für das Wunder, das in einem heranwächst. Nichtsdestotrotz kommt eine Schwangerschaft einer körperlichen Höchstleistung gleich. Sich ab und an zu beschweren ist also okay und hat nichts mit Undankbarkeit zu tun.

Vom eigenen Kind genervt sein

Wenn das Baby ständig schreit, kann das auf Dauer sehr belastend werden. Gerade im Wochenbett, wenn die Situation für Kind und Eltern noch ungewohnt ist, kann ein dauerschreiendes Baby alles noch schwieriger machen. Aber auch ein entspanntes Kind kann junge Eltern schnell an ihre Grenzen bringen. Wenn es sich beispielsweise ständig voll sabbert und immer wieder neu angezogen werden muss. Oder wenn es Nachts alle zwei Stunden wach wird. Ist man dann genervt vom eigenen Baby, können Vorwürfe und Gewissensbisse zur Plage werden. Sich Hilfe zu holen ist hier der wichtigste Schritt, um mal ein paar Minuten für sich zu haben. Oder tagsüber ein Stündchen Schlaf nachzuholen. Eine Dusche oder Tasse Kaffee können ebenfalls Wunder bewirken.

Sich nicht mehr schön finden

Hält man sein Kind nach der Geburt endlich in den Armen, steigen die nächsten Zweifel und Sorgen in den Köpfen mancher Frauen auf. Schwabbelige Haut, Dehnungsstreifen und Haarausfall sind nur drei Beispiele dafür, weshalb sich manche Mamas nicht mehr wohlfühlen im eigenen Körper. Diese Selbstzweifel können so weit gehen, dass sie die Beziehung belasten und das Sexleben negativ beeinflussen. Hier ist Kommunikation das A und O. Denn oft stimmt die negative Selbstwahrnehmung nicht mit der Empfindung des Partners überein. Aber ob Single oder in einer Beziehung: der weibliche Körper bewirkt Wunder und so kann man mit ordentlicher Rückbildung und gesunder Ernährung bald wieder Erfolge vor dem Spiegel verzeichnen.

Sich einsam fühlen

Was wäre, wenn man sich nicht für ein Kind entschieden hätte? Würde man dann am Wochenende mit Freunden feiern gehen? Endlich wieder über andere Themen sprechen? Solche Gedanken geistern ebenfalls in den Köpfen frisch gebackener Mütter (und Väter) herum. Manchmal fühlen sich junge Eltern einsam, wenn sich im Alltag alles nur noch um den Nachwuchs dreht. Freundschaften leiden häufig unter dieser schwierigen ersten Zeit und können im schlimmsten Fall in die Brüche gehen. Gemeinsam Brunchen gehen? Schwierig, wenn man es nicht einmal schafft, sich vor Mittag die Zähne zu putzen. Abends ins Kino? Nicht einfach, wenn man das Baby schon um sieben zu Bett bringen muss und es ohne Mama nicht einschlafen will. Echte Freundschaften aber halten so etwas aus. Denn es kommen ja wieder andere Zeiten. Falls man sich auf Dauer trotzdem einsam oder unverstanden fühlt, gibt es viele Eltern da draußen, denen es genauso geht. Daraus ergeben sich vielleicht neue Chancen.

Egal, welche Sorgen uns Babymamas plagen – wichtig ist, dass wir darüber sprechen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gibt es weitere Tabuthemen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Diese drei Dinge möchte ich unbedingt tun

Jeder Mensch hat einen Traum. Oder gleich mehrere. Ein Flug mit dem Heißluftballon, ein Meet and Greet mit Johnny Depp oder vielleicht ein eigenes Motorrad. Auch ich habe solche Wünsche, die ich mir in den nächsten Jahren unbedingt erfüllen möchte. Welche das sind, lest ihr hier.

Wie in der Vergangenheit leben

Schon immer träume ich davon, für ein paar Tage so zu leben, wie es die Menschen vor vielen Generationen getan haben. Ohne Strom oder fließend Wasser. Nur mit den nötigsten Gegenständen und einfachsten Gewändern. Ich würde in einer Waldhütte hausen und tagsüber Kräuter sammeln. Abends wird dann auf offenem Feuer gekocht.

Nun kann man sich die Frage stellen, warum sich das jemand freiwillig antun will. Die Antwort ist eigentlich ganz simpel und mit zwei Gründen schnell gegeben. Denn zum einen liebe ich historische Romane und würde das Leben der Protagonisten gerne nachempfinden. Zum anderen leben wir in einer Welt, die mich mit ihrer Fülle an Reizen manchmal überfordert. Alle sind im Stress, checken Mails im Minutentakt oder rennen von einem Termin zum nächsten. Deshalb wäre es schön, für eine Weile auszubrechen und das Leben in seiner ursprünglichsten Form zu genießen. An einer Feuerstelle, mitten in der Natur.

Bei „Das perfekte Dinner“ mitkochen

Ich gebe zu, dass ich nicht die beste Köchin bin. Manchmal fehlt Salz, meistens aber haue ich zu viel in die Suppe. Trotzdem Mittelklasse, würde ich sagen. Nichtsdestotrotz schaue ich unfassbar gerne das perfekte Dinner auf Vox. Jeden abend um Punkt sieben Uhr. Denn ich finde nicht nur die Menü-Kreationen der Kandidatinnen und Kandidaten super spannend, sondern auch deren Wohnsituation.

Irgendwann möchte ich Teil der Sendung sein und beweisen, dass auch Freizeitköche der Mittelklasse etwas reißen können, wenn sie sich genug anstrengen. Mein Drei-Gänge-Menü steht übrigens schon und sieht in meinem Kopf unfassbar lecker aus. Verraten werde ich es euch aber nicht. Vielleicht klappt’s ja schon bald mit dem großen Kochauftritt.

Durch Schottland reisen

Mein letzter Punkt auf der „Bucket-List“ ist mittlerweile fast zum Mainstream geworden, trotzdem führe ich ihn an dieser Stelle auf. Zu gerne würde ich mir einen Mietwagen schnappen und durch die schottischen Highlands reisen. Entdecken kann man dort wunderschöne Landschaften, mystische Orte und ganz viel Herzlichkeit.

Wann ich mir diesen Wunsch erfüllen werde, ist noch unklar. Denn für eine Schottland-Rundreise braucht es nicht nur ein großzügiges Budget, sondern auch eine ordentliche Planung im Voraus. Unternehmen wollen wir diese Reise gemeinsam als kleine Familie, weshalb wir vorher noch klären müssen, wie wir ein solches Abenteuer für unsere Tochter spannend und angenehm gestalten können.

Noch sind diese drei Dinge Zukunftsmusik. Aber bald schon möchte ich mir zumindest einen Wunsch davon erfüllen. Wenn es so weit ist, erfahrt ihr es auf meinem Blog.

Und plötzlich war alles anders…

Es beginnt mit einem Schrei. Ein Schrei, der dein Leben für immer verändert. Alles umkrempelt und auf den Kopf stellt. Denn ab diesem Schrei wird nichts mehr so sein wie es vorher war. Und doch wird alles schöner werden. Sinnvoller. Liebevoller. Glücklicher. Es ist der erste Schrei deines Babys.

Hallo, neues Leben!

Als wir drei Tage nach der Entbindung unserer Tochter die Geburtsklinik verließen, hatte ich keinen Schimmer, was auf uns zukommen würde. Schlaflose Nächte, körperliche Beschwerden und ein Baby, das manchmal nicht aufhören wollte zu schreien. Zwar hatte ich mir all diese Dinge bereits im Vorfeld ausgemalt, in der Realität trafen sie mich dann aber doch härter als geahnt. Glücklicherweise konnte ich von Anfang an auf die Unterstützung unserer Familie zählen und auch mein Mann war mir im Wochenbett eine wahnsinnige Hilfe. Doch als hätten wir mit einem Neugeborenen nicht schon genug um die Ohren, mussten wir etwa vier Wochen nach der Geburt eine weitere Herausforderung meistern: unseren Umzug in eine neue Wohnung.

Kann das gutgehen? Oder endet der Umzug vielleicht in einer Vollkatastrophe? Denn wie soll man eine Küche planen, wenn man keinen klaren Gedanken fassen kann, weil man in der Nacht zuvor nur vier Stunden geschlafen hat? Oder wann soll man passende Wandfarbe aussuchen, wenn man nicht einmal Zeit hat, um in Ruhe Mittag zu essen?

Tja, so genau weiß ich das auch nicht. Was ich aber weiß, ist, dass wir es geschafft haben. Irgendwie. Denn die Küche ist fertig. Ebenso die Wandfarbe. Und auch alle anderen Möbel stehen da, wo sie hingehören. Auch hier Dank der Hilfe von Freunden und Familie, versteht sich. Denn ohne unsere fleißigen Helferleins würden wir vermutlich immer noch in der kleinen 2-Zimmer-Wohnung hocken und Kisten packen. Noch einmal müssen wir diese Herausforderung aber nicht annehmen. Denn Wochenbett und Umzug: das wuppt man nicht schnell so nebenbei.

Wir sind angekommen

So. Da sind wir nun, in unserem neuen Leben. Plötzlich zu dritt. Plötzlich in neuer Umgebung. Zugegeben, das war am Anfang eine wahnsinnige Umstellung. Vorher der unabhängige „Ich-gucke-den-ganzen-Tag-Netflix-Alltag“ in der gemütlichen Studentenbude. Jetzt der verantwortungsvolle „Ich-wechsle-den-ganzen-Tag-Windeln-Alltag“ in der Familienburg.

Aber hey, besser könnte es nicht sein. Denn wir sind glücklich. Glücklich mit den Windelbergen. Und den ganzen Netflix-Serien, die wir verpassen. Wir sind glücklich mit der Küche. Und den Wandfarben, die wir in Windeseile ausgesucht haben. Wir sind glücklich mit uns. Wir sind angekommen.

Das sind meine Comedy-Geheimtipps auf Netflix

Nach einem langen Tag im Büro oder auf der Baustelle, wollen es sich die meisten von uns vor der Glotze gemütlich machen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen. Am besten gelingt das mit einer guten Sitcom. Auf der Streaming Plattform Netflix finden wir eine Menge guter Formate. Aber mal ehrlich: The Big Bang Theory, Modern Family oder Brooklyn99 kennen wir längst auswendig. Deshalb stelle ich euch heute drei meiner liebsten Comedy-Geheimtipps vor und verspreche, das für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Space Force

Der U.S. General Mark Naird wird damit beauftragt, endlich wieder Menschen auf den Mond fliegen zu lassen. Dabei wird er unterstützt von seinem wissenschaftlichen Berater Dr. Adrian Mallory. Die Mission der beiden geht aber nur schleppend voran, da die neugegründete „Space Force“ weder über ausgebildete Astronauten, noch über professionelle Ausrüstung verfügt. Der Präsident der Vereinigten Staaten drängt jedoch auf Erfolge und so tun die beiden alles Menschenmögliche, um endlich wieder eine Mondlandung vermelden zu können.

Community

Der ehemalige Anwalt Jeff Winger holt am Community College in Greendale seinen Abschluss nach, da er diesen gefälscht und deshalb seine Zulassung verloren hat. Auf dem College gründet er eine Spanisch-Lerngruppe, um der attraktiven Britta aus seinem Kurs näher zu kommen und Zeit mit ihr verbringen zu können. Der Gruppe schließen sich (gegen Jeffs Willen) weitere Studentinnen und Studenten an, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine fromme Katholikin, ein typischen Nerd und sogar ein Rentner: alle möglichen Persönlichkeiten sind auf dem Community College vertreten. Die Clique wächst mit der Zeit eng zusammen und treibt auf dem Campus jede Menge Unsinn.

Workin‘ Moms

Mit einer Gruppe geht es gleich weiter, denn die vier Mütter Kate, Anne, Jenny und Frankie lernen sich nach der Geburt ihrer Babys in einer Krabbelgruppe kennen. Alle verbindet, dass sie nach Ablauf ihrer achtmonatigen Elternzeit wieder arbeiten gehen wollen. Schnell stellen die Vier jedoch fest, dass Familienleben und Arbeitsalltag manchmal nur schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Stress im Job, sexuelle Vorlieben und allerlei Peinlichkeiten sind nur einige Stichpunkte, die die Frauen während des Mutter-Kind-Treffens diskutieren.

Was sollen wir noch glauben?

Die Welt macht uns Angst. Tod, Verlust und die große Frage, was in Zukunft geschehen wird. Diese Unsicherheiten sind der Grund, weshalb sich Menschen seit Jahrtausenden an Götter und andere unsichtbare Mächte wenden. Denn Religionen bieten Sicherheit in einer Welt, die kompliziert und undurchschaubar ist. Egal, ob man das Evangelium oder die Lehren Buddhas betrachtet: Im Wesentlichen liefern alle Religionen Antworten, die Menschen seit Anbeginn der Zeit so dringend suchen. Aber spielen Götter und übermächtige Kräfte heutzutage überhaupt noch eine Rolle? Oder sind im 21. Jahrhundert Gebetstexte und Mantras längst unseren Enzyklopädien gewichen? 

Kirche als Teil der Kultur

Wenn man mich fragt, wann ich das letzte Mal in der Kirche war, muss ich etwas länger überlegen. Ich bin evangelisch-lutherisch getauft worden und auch, wenn ich der Kirche nach wie vor angehöre, gehe ich nicht hin. Außer jemand gibt sich das Ja-Wort. Dennoch bin ich nach wie vor ein Teil der Gemeinde und bezahle auch brav meine Kirchensteuer. Und damit bin ich sicher nicht allein. Wahrscheinlich übersteigen die christlichen Karteileichen die Anzahl der tatsächlich frommen Gläubigen. Aber warum eigentlich, frage ich mich selbst. Warum trete ich nicht endlich aus?

Vielleicht ist es die Gewohnheit, die mich daran hindert, einen Schlussstrich zu ziehen. Denn die Kirche ist mir vertraut. In der Grundschule habe ich Bibelszenen ausgemalt und das Glaubensbekenntnis kann ich seit meiner Konfirmation einwandfrei auswendig aufsagen. Der Glaube ist also nicht nur etwas, wofür sich jeder einzelne bewusst entscheidet. Er ist vielmehr ein Teil der Sozialisation. Kultur. Denn obwohl es so viele Menschen gibt, die nicht regelmäßig den Gottesdienst besuchen, sind kirchliche Hochzeiten immer noch hoch im Trend. Auch, wenn sich die Menge der Karteileichen weiter anhäuft, brauchen Menschen scheinbar Gottes Segen bei zentralen Lebensfragen. Vielleicht aus Gewohnheit. Vielleicht weil es zur Kultur gehört. Vielleicht aber auch aus religiösen Gründen, deren Sichtbarkeit im Alltag langsam verloren geht.

Versteckter Glaube

Anders steht es mit Serien und Filmen, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind und immer mehr Zeit in Anspruch nehmen. Betrachtet man das breite Angebot auf Netflix, Amazon und Co., stellt man fest, dass Glaube und Übernatürliches wahnsinnig oft thematisiert werden. Teufel, Hexen, Dämonen und Geheimbünde gehören zum Standard-Repertoire vieler Geschichtenerzähler. Die Welt wird im TV in Gut und Böse unterteilt. Hauptfigur und Gegenspieler. Helden und Anti-Helden. Oder Gott und Teufel. Diese Gegenpole erklären unser Dasein auf simple Weise und schaffen Orientierung sowie Sicherheit. Auf Netflix gibt es zum Beispiel eine Serie über den dunklen Lord, der die Hölle regiert und Sterbende zu sich holt. (Hierzu habe ich vor einiger Zeit einen eigenen Blogbeitrag geschrieben. Ihr findet ihn hier.) Glaube und Religion verstecken sich also in fiktiven Erzählungen, die wir uns nach Feierabend bei einer Tüte Chips auf der Couch reinziehen.

Doch nicht nur Filme zeigen religiöse oder gar mystische Handlungen. Auch Dokumentationen oder Reportagen untersuchen Fragen rund um Gott, die Bibel und grundlegende Glaubensthemen. Die Doku-Reihe „Mythen-Jäger“ läuft im ZDF und geht der Sintflut oder den Überresten des Kreuzes Jesu auf den Grund. Denn weltweit gehen Archäologen oder Hobby-Forscher auf die Suche nach Beweisen dafür, dass Szenen des alten und neuen Testaments tatsächlich stattgefunden haben. Und Millionen schauen ihnen dabei zu. Im TV.

Und auch an anderen Stellen begegnen uns religiöse Symbole im Alltag. Albrecht Dürers betende Hände oder die Hand der Fatima sind zwei Beispiele von Tattoo-Motiven, die häufig gestochen werden. Diese Symbole legen wortwörtlich die „schützende Hand“ auf ihre Träger. Außerdem haben sich religiöse Inhalte längst in unseren Sprachgebrauch eingebrannt. Wir rufen „Oh Gott“, wenn wir uns erschrecken oder sagen „In Teufels Namen“, wenn wir uns über etwas aufregen. Außerdem wissen wir alle, dass das „Schicksal manchmal Schnippchen schlägt“ oder dass „Karma regelt“.

Glaub doch, was du willst

Fragt man eine beliebige Person aus dem Freundeskreis, ob sie oder er gläubig ist, so erhält man meist eine ähnliche Antwort. Viele Menschen (der westlichen Welt), haben ihre eigene Vorstellung von Göttlichkeit und dem Sinn des Lebens. Sie glauben an eine höhere Macht, die unser Leben wesentlich beeinflusst und über allen Dingen steht. Definieren lässt sich die Macht aber nicht genau. Einig sind sich jedoch fast alle darüber, dass die Liebe zu anderen Menschen im Vordergrund des eigenen Handelns stehen sollte. Ganz im Sinne aller großen Weltreligionen.

Wenn ich über diese Details nachdenke, dann wird mir klar, dass weder Wikipedia noch Brockhaus Religionen ersetzen können. Wir wissen nicht, was in Zukunft geschehen wird. Und wir wissen auch nicht, was mit unseren Seelen nach dem Tod passiert. Diese Fragen, die uns Menschen seit Jahrtausenden plagen, kann die Wissenschaft nicht beantworten. Noch nicht, jedenfalls. Und so lange glauben wir eben, was wir glauben wollen.

Über’s Kinderkriegen

Für die meisten Leute ist es die Wunschvorstellung einer glücklichen Zukunft: Haus, Garten, Hund und zwei Kinder. Am besten noch Junge und Mädchen, damit die stolzen Eltern sowohl beim Fußballtraining als auch beim Tanzunterricht zugucken können. Ein Traum.

Für mich aber nicht. Denn Immobilien sind überteuert, vor Hunden fürchte ich mich und außerdem habe ich vor längerer Zeit entschieden, dass ich nur ein Kind möchte. Eine Kleinfamilie, quasi. Mein Partner sieht das genauso. Trotzdem machen wir uns schon jetzt darauf gefasst, dass in naher Zukunft Nachfragen zu einem Geschwisterkind auftauchen werden. Fragen wie: „Na, wann kommt denn das Zweite?“ haben wir wahrscheinlich alle schon einmal gestellt und auch ich muss mir da an die eigene Nase fassen. Umso mehr bin ich gespannt, wie man auf unsere Antwort reagiert. Denn die lautet, dass es kein Geschwisterkind geben wird.

Andere wissen’s immer besser

Egal für welchen Lebensweg sich ein Paar entscheidet, oft wird er von Dritten beurteilt und bewertet. Ganz automatisch wissen andere immer besser, welche Option die einzig richtige ist. Daher rechne ich schon jetzt mit einschlägigen Argumenten, die behaupten, dass Einzelkinder immer einsam oder verwöhnt sind und wir unserer Tochter mit der Entscheidung keinen Gefallen tun würden.

Doch nicht nur Paare mit einem Kind bekommen häufig den (nicht ganz so teuren) Rat ihres Umfelds aufgezwungen. Auch Eltern, die mehr als drei Kinder haben, werden nicht selten für ihre Familiensituation kritisiert. „Können die nicht verhüten?“ oder „Haben die keinen anderen Lebensinhalt?“ sind sicher nur zwei Beispiele von Aussagen, die Eltern von Großfamilien ertragen müssen.

Kritisiert werden auch (hauptsächlich) Frauen oder Paare, die sich bewusst gegen das Kinderkriegen entscheiden. Aber nicht jeder braucht Nachwuchs, um ein glückliches Leben führen zu können. Manche Leute haben eben andere Ziele auf ihrer Agenda stehen. Und das ist auch gut so.

Ähnlich (aber deutlich schwieriger) verhält es sich mit Leuten, die ungewollt kinderlos sind. Nicht alle, die ein Kind möchten, können diesen Wunsch wahr werden lassen. Medizinische Gründe oder finanzielle Probleme können einem Kinderwunsch im Weg stehen und Paare sehr belasten. Ständige Nachfragen von Verwandten und Bekannten, wann „es denn endlich soweit sei“, sind für Betroffene sicher verletzend und nur schwer auszuhalten.

Wir bleiben drei

Wir, für unseren Fall, sind perfekt zu dritt. Unser Baby ist ein absolutes Wunschkind und mein Partner und ich sind glücklicher denn je, seit unsere Tochter auf der Welt ist. Trotzdem wollen wir uns beide in naher Zukunft beruflich weiterentwickeln und außerdem einige Länder und Orte bereisen, die noch auf unserer Liste stehen (Slowenien, Schottland, Südamerika…). Alles Dinge, die mit einem Kind zwar kompliziert, aber durchaus machbar sind. Zudem haben wir, ganz salopp gesagt, nicht dauernd Lust auf Kindergeschrei um uns herum.

Natürlich werden wir dafür sorgen, dass unsere Tochter auch ohne Geschwister eine glückliche Kindheit haben wird. Denn wie bei allen anderen Eltern auch, wird unser Kind immer an erster Stelle stehen. Und ich freue mich schon jetzt tierisch darauf, mit meiner Tochter stundenlang Playmobil zu spielen, ihr aus verschiedenen Büchern vorzulesen oder gemeinsam die Natur zu erkunden.

Trotzdem möchte ich in Zukunft genug Zeit haben, um neben meiner Hauptaufgabe als Mama noch in viele andere Rollen schlüpfen zu können. Und wer weiß: Vielleicht haben wir ein paar Jahren ja doch noch Lust, unsere kleine Familie zu erweitern. Das steht momentan aber noch absolut in den Sternen und ist nichts, was Dritte aktuell zu kümmern hat.

Fazit

Ob und wie viele Kinder perfekt zur Lebensplanung passen, muss jeder für sich selbst entscheiden. 1, 2 oder 3 spielt keine Rolle. Denn in dieser Frage gibt es kein richtig oder falsch und schon gar kein Schema F. Wir alle (mich eingeschlossen) sollten daran denken, wenn wir ein Paar oder eine junge Frau das nächste mal zum Thema Familienplanung befragen wollen.

La Réunion

Île de la Réunion (deutsch: „Insel der Zusammenkunft“) ist ein französisches Übersee-Département im Indischen Ozean. Die Insel war unser Urlaubsziel im vergangenen Spätsommer.

Mit dem Mietwagen sind wir insgesamt fünf unterschiedliche Orte angefahren und haben so die vielfältige Natur des kleinen Urlaubsparadieses erleben können. Küsten aus schwarzer Lava, Wasserfälle, Sandstrände und vernebelte Berge: La Réunion ist ein Hingucker und grandioses Reiseziel für alle, die das Wandern und die Natur lieben. Gebucht hatten wir alle Unterkünfte über die Website reunion-urlaub.com und dadurch im Vorfeld eine Menge nützlicher Tipps für unsere Rundreise erhalten (die nachfolgenden Unterkünfte findet ihr alle unter dem oben genannten Link). Ausgestattet mit zwei Backpacking-Rucksäcken haben wir uns dann im September auf die etwa 8.992 Kilometer entfernte Insel begeben…

Unterkunft Nr. 1: Diana Dea Lodge (Hotel)

Die erste Unterkunft lag versteckt in den nordöstlichen Bergen der Insel. Hier sind wir nach einem anstrengenden Flug (von Nürnberg aus insgesamt 15 Stunden) eingekehrt und haben uns kulinarisch richtig verwöhnen lassen. Da ich während unseres Aufenthalts Geburtstag hatte, wollten wir uns etwas Besonderes gönnen. Und so sind wir jeden Abend bei Kaminfeuer beisammen gesessen, haben Schach gespielt, Cocktails geschlürft und Weinbergschnecken auf Blätterteig probiert. Leider aber hatten wir das kühle Klima in den Bergen unterschätzt, weshalb wir frieren und schon am zweiten Tag warme Pullover besorgen mussten.

Unterkunft Nr. 2: Les Mimosas (B&B)

Der zweite Stop unserer Reise hat uns anschließend in das beschauliche Dörfchen Grand Bassin geführt. Dieses liegt friedlich und abgeschottet in einem Talkessel, den man entweder durch einen zweieinhalbstündigen Fußmarsch oder den Helikopter erreicht. Wir haben uns als Touristen natürlich für erstere Variante entschieden und sind, bepackt mit unseren Rucksäcken, den langen Pfad hinab ins Tal gestiefelt. Dort hat uns ein älteres Ehepaar samt Esel herzlich in Empfang genommen. Die beiden, Majo und Michel, leben vom örtlichen Tourismus und stellen auf ihrem Anwesen zwei Gästezimmer zur Verfügung (diese werden grundsätzlich nur an ein Paar/eine Gruppe vergeben, weshalb wir während unseres Aufenthalts die einzigen Gäste waren). Umgeben von Natur und Dschungel konnten wir während unseres Besuchs total zur Ruhe kommen und außerdem allerfeinste regionale Spezialitäten naschen. Gegessen wird bei Majo und Michel nämlich hauptsächlich das, was im Freien wächst. Jeden Abend hat Majo frisch für uns gekocht und das Essen wurde bei familiärer Atmosphäre gemeinsam eingenommen.

Unterkunft Nr. 3: Côté Lagon (B&B)

Nach einem qualvoll langen Aufstieg zurück zum Parkplatz sind wir mit dem Mietwagen weiter in Richtung Süden gefahren. Am Strand von Saint-Pierre haben wir in einem modernen Bed&Breakfast übernachtet. Die Terrasse dort war mit Blick auf das Meer ausgerichtet. Hier sind wir jeden Morgen bei einem reichhaltigen Frühstück in den Tag gestartet und haben Schwimmer und Boote beobachtet. Nachmittags haben wir dann am hauseigenen Pool gelegen und das sonnige Wetter genossen. Außerdem wollten wir die Chance nutzen und den nahegelegenen Piton de la Fournaise besuchen: einen der aktivsten Vulkane unserer Erde. Gegen fünf Uhr morgens sind wir losgefahren, um die Kraterlandschaft bei nebelfreier Sicht bestaunen zu können.

Unterkunft Nr. 4: Kaz Insolite (Bubble Hotel)

Der Vorletzte Halt auf unserer Tour war ein weiteres großes Highlight des Urlaubs. Eine durchsichtige Kugel, mitten im Wald, war unser Quartier für die Nacht. Zum Abendessen gab es ein original französisches Raclette und im Anschluss konnten wir die Planeten unseres Sonnensystems durch ein Teleskop bestaunen. Ein Mitarbeiter des örtlichen Observatoriums hatte das Equipment dafür kostenlos zur Verfügung gestellt. Anschließend sind wir in unserer durchsichtigen Bubble unterm Sternenhimmel eingeschlafen. Jenseits von Lichtverschmutzung und Lärm haben wir hier die Natur in ihrer pursten Schönheit erfahren können.

Unterkunft Nr. 5: Villa de la Plage (B&B)

In der Villa de la Plage konnten wir abschließend noch ein paar ruhige Tage genießen, ehe wir zurück nach Deutschland fliegen mussten. Hier haben auch viele andere deutschsprachige Urlauber übernachtet, mit denen wir über unsere Erlebnisse auf der Insel plaudern konnten. Ansonsten haben wir uns die Zeit am Strand, am Pool oder im Baumhaus der Unterkunft vertrieben. Zwei Bücher habe ich während der drei Tage ausgelesen. Auch die örtlichen Restaurants wurden von uns durchprobiert und für unglaublich gut befunden!

Warum lohnt sich ein Besuch der Insel?

La Réunion ist als Reiseziel noch relativ unbekannt und im Vergleich zu anderen Inseln nicht sehr touristisch. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Diese Gründe sprechen dafür, die lange Flugzeit auf sich zu nehmen:

  • La Réunion gehört zu Frankreich. Deshalb kannst du dort mit Euro bezahlen und brauchst für die Einreise keinen Reisepass.
  • Die Insel ist etwa so groß wie das Saarland und bietet dennoch eine mannigfaltige Landschaft. Vulkane, Wasserfälle, Strand und Dschungel: ein Aufenthalt auf dem Übersee-Département fühlt sich an wie ein Urlaub in mehreren Ländern. Denn La Réunion verfügt über mehrere Mikro-Klimata.
  • Für Outdoor-Liebhaber gibt es grandiose Wanderwege und allerhand sportliches Angebot, wie z.B. Canyoning, Hochseilgärten oder Stand Up Paddling. Aber Achtung an Schwimmer und Taucher: im Meer um Réunion gibt es viele Haie!
  • Kulinarisch hat die Insel eine Menge zu bieten und besticht durch ihren Mix aus kreolischen und französischen Spezialitäten

Wir sind happy darüber, dass wir La Réunion im letzten Sommer als Reiseziel ausgewählt haben und können einen Besuch auf dem Insel-Paradies nur weiterempfehlen.

Meist dichter als Denker

Puh. Nachdem ich mich heute etwa zehn Minuten lang mit den Kommentaren mancher Social-Media-Nutzer auseinandergesetzt habe, muss ich erstmal Luft holen. Denn die derzeitige Corona-Krise bringt deutschlandweit nicht nur Solidarität und kreative Lösungswege hervor, sondern leider auch viel Dummheit.

Kommentare im Internet: Fluch statt Segen

Auf der Facebook-Seite einer örtlichen Behörde kann man in diesen Tagen vergnügt mitverfolgen, was einige unserer lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger von der Corona-Krise und den damit einhergehenden Schutzmaßnahmen halten: Nämlich nichts.

Ein Nutzer schreibt: „Ich werde definitiv keine tragen und mich kann auch keiner dafür bestrafen. Es reicht wenn sich 90% von euch verarschen lassen seid 5 Wochen und keine Maske und jetzt sowas, nicht mit mir.“ Ein anderer Nutzer kommentiert: „Corona Ausbruch Dez 2019. Maskenpflicht ende Apr.2020 Genau mein Humor“

Wenn ich diese Zeilen lese, kommt mir direkt mein Frühstück wieder hoch. Denn solche vermeintlichen „Argumente“ entziehen sich nicht nur jeder logischen Grundlage, sondern sind grammatikalisch so grauenvoll, dass ich Augenschmerzen bekomme. Denn von einer ordentlichen Rechtschreibung haben manche Nachfahren der einstigen „Dichter und Denker“ anscheinend noch nichts gehört.

Fake News und Verschwörungstheorien

Damit aber nicht genug. Denn während die einen ungefragt ihre Meinung im Netz verbreiten, teilen die anderen dubiose Verschwörungstheorien mit ihren Mitmenschen. Diese Theorien kommen oft daher mit einer Grafik, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun hat, aber professionell aussieht. Hat ja auch irgendein professioneller Typ bei Google gefunden und dann mit einer abstrusen Erklärung und ohne Quellenangabe auf Facebook bereitgestellt.

Klar, dass Annette und Hans-Günther das gut finden. Was wissen denn schon Virologen, Epidemiologen oder andere Experten? Die lügen doch nur und haben sich weltweit gegen uns verschworen. Sie wollen die Wirtschaft kaputt machen! Und unsere Freiheit! Jeder weiß doch, dass die Grippe viel schlimmer ist! Gut, dass es irgendeinen fremden Typen auf Facebook gibt, der die Wahrheit kennt und mit seinen Verschwörungs-Kumpels teilt.

Neben Grafiken, die weder einen genauen Sachbezug haben noch Zusammenhänge aufklären, werden Fake-News-Beiträge häufig mit Überschriften wie „Denkt doch mal nach“ oder „Wacht endlich auf “ begleitet. Erinnert ein bisschen an Propaganda-Geschwafel, oder? Solche Meinungsmacher und Verschwörungstheoretiker provozieren gezielt, indem sie an den Verstand ihrer Mitmenschen appellieren. Und klar, genau das sollte man vom Land der Dichter und Denker auch erwarten können. Sehe ich genauso. Aber schonungslos jede Verschwörungstheorie zu teilen, ohne deren Logik, Glaubwürdigkeit oder Quellenangabe zu hinterfragen, hat leider nur wenig mit Verstand zu tun.

Grundrechte sind kein Freifahrtschein für egoistisches Verhalten

Immer wieder lese ich darüber hinaus von Menschen, die sich über derzeitige Grundrechtseinschränkungen beschweren. Natürlich – das muss auch ich zugeben – sind wir durch das aktuelle Kontaktverbot in wichtigen Rechten eingeschränkt. Denn unter den momentanen Umständen können wir unsere gewohnte Freiheit nicht komplett ausleben. Wer allerdings behauptet, dass der Staat mit den aktuellen Maßnahmen den Bogen überspannt oder die Verfassung missachtet, dem unterstelle ich gerne, das Grundgesetz nie gelesen zu haben. Denn Grundrechte können vom Staat durchaus eingeschränkt werden, wenn dies zum Schutze anderer erforderlich ist.

Unser Rechtsstaat bewegt sich – wie es sich für einen ordentlichen Rechtsstaat eben gehört – auf dem Boden der Verhältnismäßigkeit. Sprich: Maßnahmen müssen immer einen legitimen Zweck verfolgen (= Pandemie bekämpfen), geeignet sein (=Mundschutz tragen schützt andere vor Ansteckung, Kontaktverbot verringert Ansteckungsketten), erforderlich sein (= 154.000 Krankheitsfälle in Deutschland) und außerdem angemessen sein.

Und wenn ich beispielsweise nach Spanien schaue, dann bin ich sicher, dass die deutsche Regierung mehr als angemessen handelt. Denn spanischen Bürgerinnen und Bürgern wird es frühestens ab Anfang Mai wieder gestattet sein, das Haus zu verlassen, um spazieren zu gehen. Die Spanier sitzen also seit mehreren Wochen in ihren Wohnungen fest und dürfen nicht raus. Und in Deutschland beschweren sich Annette und Hans-Günther bei einer Kugel Eis darüber, welch unverhältnismäßige Maßnahmen die Regierung uns nur aufzwingen will.

Fazit

Uns geht es gut. Zu gut, wie mir scheint. Denn dass wir in Deutschland (in Hinblick auf Krankheits- und Todesfälle) relativ glimpflich davonkommen, haben wir nicht nur unserer Politik, sondern auch unserem vorbildlichen Gesundheitswesen zu verdanken. Ich wünschte, das könnten alle sehen und begreifen. Nur leider sind viele (natürlich nicht alle) Bürgerinnen und Bürger in Deutschland so knallhart verwöhnt, dass sie nicht anerkennen können, wie glücklich wir uns für unsere Privilegien schätzen können. Schade eigentlich. Denn dem Land der Dichter und Denker hätte ich etwas mehr Verstand zugetraut.

Ach, übrigens: Weil ich nicht zu den Menschen gehöre, die irgendwelche Sachen ohne Quellenangabe im Internet verbreiten, hier der Link zu meinem Beitragsbild: https://bilder.bild.de/fotos-skaliert/schiller–und–goethe-die-groesste-bromance-der-literatur-im-check-201186228-63382128/2,c=0,h=720.bild.jpg