Gleich vorne weg: jede Schwangerschaft ist anders und auch im Wochenbett machen Frauen unterschiedliche Erfahrungen. Manche Mütter tun sich von Beginn an leicht, andere hadern monatelang mit sich und der neuen Situation. Häufig sind es ähnliche Sorgen, die frisch gebackene Mütter plagen. Doch diese Sorgen auszusprechen – das trauen sich viele nicht. Immer noch gelten einige Themen als Tabu. Gewichtsprobleme? Nicht in den Sozialen Netzwerken! Überforderung? Nicht auf der Kino-Leinwand! Heute spreche ich deshalb die Probleme und Sorgen junger Mütter an und hoffe, dass sie in der Gesellschaft mehr Akzeptanz finden.

Den Babybauch nicht mögen

Eine Schwangerschaft ist anstrengend. Die zusätzliche Belastung, die der Körper einer werdenden Mutter aushalten muss, ist mit nichts zu vergleichen. Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, schlaflose Nächte und nicht zuletzt der stündliche Gang auf die Toilette. Das alles geht zurück auf den wachsenden Bauch, den so manche Schwangere als lästig empfinden kann. Deshalb fühlen sich einige Mamas unsicher, wenn sie ihren Babybauch nicht genießen können. Schließlich muss man ja dankbar sein für das Wunder, das in einem heranwächst. Nichtsdestotrotz kommt eine Schwangerschaft einer körperlichen Höchstleistung gleich. Sich ab und an zu beschweren ist also okay und hat nichts mit Undankbarkeit zu tun.

Vom eigenen Kind genervt sein

Wenn das Baby ständig schreit, kann das auf Dauer sehr belastend werden. Gerade im Wochenbett, wenn die Situation für Kind und Eltern noch ungewohnt ist, kann ein dauerschreiendes Baby alles noch schwieriger machen. Aber auch ein entspanntes Kind kann junge Eltern schnell an ihre Grenzen bringen. Wenn es sich beispielsweise ständig voll sabbert und immer wieder neu angezogen werden muss. Oder wenn es Nachts alle zwei Stunden wach wird. Ist man dann genervt vom eigenen Baby, können Vorwürfe und Gewissensbisse zur Plage werden. Sich Hilfe zu holen ist hier der wichtigste Schritt, um mal ein paar Minuten für sich zu haben. Oder tagsüber ein Stündchen Schlaf nachzuholen. Eine Dusche oder Tasse Kaffee können ebenfalls Wunder bewirken.

Sich nicht mehr schön finden

Hält man sein Kind nach der Geburt endlich in den Armen, steigen die nächsten Zweifel und Sorgen in den Köpfen mancher Frauen auf. Schwabbelige Haut, Dehnungsstreifen und Haarausfall sind nur drei Beispiele dafür, weshalb sich manche Mamas nicht mehr wohlfühlen im eigenen Körper. Diese Selbstzweifel können so weit gehen, dass sie die Beziehung belasten und das Sexleben negativ beeinflussen. Hier ist Kommunikation das A und O. Denn oft stimmt die negative Selbstwahrnehmung nicht mit der Empfindung des Partners überein. Aber ob Single oder in einer Beziehung: der weibliche Körper bewirkt Wunder und so kann man mit ordentlicher Rückbildung und gesunder Ernährung bald wieder Erfolge vor dem Spiegel verzeichnen.

Sich einsam fühlen

Was wäre, wenn man sich nicht für ein Kind entschieden hätte? Würde man dann am Wochenende mit Freunden feiern gehen? Endlich wieder über andere Themen sprechen? Solche Gedanken geistern ebenfalls in den Köpfen frisch gebackener Mütter (und Väter) herum. Manchmal fühlen sich junge Eltern einsam, wenn sich im Alltag alles nur noch um den Nachwuchs dreht. Freundschaften leiden häufig unter dieser schwierigen ersten Zeit und können im schlimmsten Fall in die Brüche gehen. Gemeinsam Brunchen gehen? Schwierig, wenn man es nicht einmal schafft, sich vor Mittag die Zähne zu putzen. Abends ins Kino? Nicht einfach, wenn man das Baby schon um sieben zu Bett bringen muss und es ohne Mama nicht einschlafen will. Echte Freundschaften aber halten so etwas aus. Denn es kommen ja wieder andere Zeiten. Falls man sich auf Dauer trotzdem einsam oder unverstanden fühlt, gibt es viele Eltern da draußen, denen es genauso geht. Daraus ergeben sich vielleicht neue Chancen.

Egal, welche Sorgen uns Babymamas plagen – wichtig ist, dass wir darüber sprechen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Gibt es weitere Tabuthemen? Schreibt es gerne in die Kommentare!