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Umweltsünderin

Vergib mir Herr, denn ich habe gesündigt. Ich habe eine Flugreise gemacht. Bin mit dem Jet auf eine ferne Insel geflogen, habe unfassbar viele Kilometer hinter mich gebracht und deswegen auch massiv CO2 verursacht. Mist.

„Flight-Shame“ ist das neue Unwort

Fernreisen. Was vor einigen Jahren noch als ein aufregendes Erlebnis junger Menschen verstanden wurde, gilt jetzt schon fast als Tabu. „Flight-Shame“, zu deutsch „Flug-Scham“, hat schon jetzt das große Potential, Unwort des Jahres zu werden. Im Genaueren bedeutet der Begriff, dass Personen sich für ihre Flugreisen rechtfertigen müssen, ja teilweise sogar dafür schämen. Denn durch den Flug wird, wie oben bereits erwähnt, viel Kohlenstoffdioxid freigesetzt. Und das, wie wir alle wissen, ist schlecht für unser globales Klima.

Was also tun? Sich in die Ecke stellen und schämen? Keinem vom Flug erzählen – oder besser noch: niemals mehr fliegen? Die Antwort ist natürlich, wie eigentlich fast alles im Leben, weder schwarz noch weiß. Jemanden für seine Reise zu verurteilen wäre genauso falsch, wie Flugreisen generell zu verbieten. Denn was solche Reisen fördern – und da versteht mich sicher jeder, der bereits andere Länder besucht hat – das Miteinander. Toleranz, Kulturerlebnisse und Interesse aneinander sind einige Stichpunkte, die an einem jeden Reisenden haften bleiben. In einer Zeit in der Rassismus und Fremdenfeindlichkeit langsam wieder Einzug in Parlamente halten, ist es umso wichtiger, dass wir über unseren eigenen Tellerrand hinausblicken und andere Kulturen wertschätzen. Das geht am besten, wenn man diese Kulturen auch im echten Leben kennenlernt.

Aber das ist der Umwelt doch egal?!

Klar, das ist der Umwelt egal. Beziehungsweise dem Klima. Der Flieger setzt trotzdem CO2 frei. Es braucht also einen Weg, um einen Ausgleich zu schaffen. Eine Balance – wenn man so will. Wie die aussieht, muss letztendlich jeder für sich entscheiden. Das Bewusstsein dafür, welche Verantwortung man nach einem Flug tragen muss, sollte den Anfang machen. Ich in meinem Fall werde via Atmosfair meinen Flug kompensieren. Ich werde also einen Betrag (errechnet an der von mir verursachten CO2-Menge) an die Organisation spenden. Mit den Geldern werden dann weltweite Projekte gefördert, welche die Menge an Kohlenstoffdioxid an einer anderen Stelle einsparen.

Man könnte jetzt behaupten, dass ich es mir damit besonders leicht mache. Ein Privileg der kapitalistischen Gesellschaft quasi. Ich treibe was ich will, und am Ende steck ich jemanden ein bisschen Geld in die Tasche. So auf die Art: „80 Euro, dann ist dat Ding aber jut bezahlt“. Aber nö nö! So wird das nicht laufen. Denn ich werde weiterhin in meinem Alltag möglichst auf Plastik verzichten, die regionale Landwirtschaft unterstützen und meinen Bedarf an Strom und Wasser niedrig halten. Außerdem habe ich vor, die nächsten Jahre auf jeden Fall in der Nähe Urlaub zu machen.

Mai (von Mailab) hat in einem ihrer Videos ein klasse Beispiel gebracht. Nehmen wir Person A. Person A hat Müll in den Wald geschmissen, obwohl er sich normalerweise für Umweltschutz einsetzt. Person B hat auch Müll in den Wald geschmissen, leugnet das aber. Und Person C hat ebenfalls Müll in den Wald geschmissen, steht aber offen und ehrlich dazu, dass ihm das egal ist. Eigentlich müssten wir C hassen, weil sein Verhalten unvorbildlich und echt uncool ist. Aber: Eigentlich finden wir Person C ganz sympathisch, weil wer wenigstens ehrlich war. Und Person B ist ein Lügner, aber das lassen wir auch noch irgendwie durchgehen. Schließlich scheint er zu wissen, dass sein Verhalten falsch war. Wen wir aber gar nicht abkönnen, ist Person A! Denn A ist offensichtlich ein Heuchler – und wir hassen Heuchler mehr als Lügner! Aber… STOP. Wir sollten C hassen, weil er offensichtlich keinen Bock auf Umweltschutz hat. Person A hat einen Fehler gemacht, aber wenigstens ist ihm der Fehler bewusst.

„Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Dieser kluge Satz, der schon in der Bibel stand bla bla, hat bis heute nicht an Bedeutung verloren. Denn wir sind alle keine Heiligen, jeder von uns ist Klimasünder. Sich für ein bewussteres Leben einzusetzen bedeutet nicht, dass man ab sofort in einer Waldbaracke hausen muss. Es bedeutet auch nicht, dass man nie mehr Fleisch essen oder fliegen darf. Denn es bedeutet in erster Linie nur, dass man trotz des westlichen Lebensstils irgendwie versucht, ein besserer Mensch zu sein.

Ein Leben in der Vorstadt

Wir alle haben ein Zuhause. Eine Heimat, einen Hafen, eine Herkunft. Was für Spongebob Bikini Bottom oder für Frodo das Auenland abbildet, ist für mich ein spießiger Vorort im Süden Nürnbergs. Spießig deshalb, weil der Besitz eines Reihenmittelhauses genauso zum Standard gehört wie die Mitgliedschaft im Sportverein. Hier aufgewachsen, müssten diese Ziele eigentlich auch auf meiner Agenda stehen. Aber statt mich auf dieses Leben einzulassen, träume ich lieber von einer zauberhaften Altbauwohnung in der Stadt. Was aber, wenn ich hier niemals wegkommen werde?

Umziehen auf eigene Gefahr! 

Wer in einem Vorort oder im Dorf aufgewachsen ist, der kennt die Regeln: Du bist Mitglied im Verein, wohnst bis zum Ende des Studiums bei deinen Eltern und wenn du auf eigenen Beinen stehen willst, holst du dir eine Wohnung in der Nähe. In die Stadt umziehen ist nur für ganz Mutige eine Option. Denn wer einmal das Schiff verlässt, der kommt nie mehr zurück. Zumindest stellt man sich das so vor. Denn hat jemand erstmal die Entscheidung getroffen, in die große Welt zu ziehen und die Heimat zu verlassen, werden tägliche Besuche bei Vorort-Freunden immer seltener.  

In historischen Romanen wird oft von Helden berichtet, die es in die Ferne zieht. Sie reisen nach Spanien, Indien oder sogar zur Antarktis. Für jene die in einem Vorort – oder gar auf dem Land – aufgewachsen sind, reicht also schon die Großstadt, um sich wie ein Abenteurer zu fühlen. Was tun, wenn man nicht den Mut hat, ein Abenteurer zu sein?

J wie Jogginghose

Man kennt sich im Vorort. Jedes Geheimnis das du erzählst, ist eine Woche später kein Geheimnis mehr, sondern gehört selbstverständlich zum wöchentlichen Tratsch. Die Vorstellung, bei jedem Gang vor die Tür einen kurzen Plausch zu halten, ist eigentlich ganz nett. Es gibt dennoch gewisse Situationen, in welchen man aber nicht gesehen werden will. Wenn ich morgens ungewaschen und in Jogginghose in den Supermarkt renne, will ich nicht, dass mich jemand kennt oder am besten noch meine Produktwahl kommentiert. Wie angenehm ist nur der Gedanke, in einer Welt zu leben, in der man anonym einkaufen kann. Das würde mein Leben an manchen Tagen wirklich sehr erleichtern.

Ständig von den selben Leuten umgeben zu sein, macht es außerdem schwer, neue Freunde zu finden. Immer in den gleichen Kreisen unterwegs zu sein ist schön, weil es Halt gibt, aber man verpasst auch viele Chancen. Neue Bekanntschaften zu schließen erweitert unseren Horizont und ist die Grundlage für neue Erfahrungen.

Forever and never

Für immer gefangen im System: So oder zumindest so ähnlich könnte man den Zustand beschreiben, den Vororte in Deutschland aufweisen. In jeder zweiten deutschen Fernsehserie geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die krampfhaft versucht, dem tristen Vorstadt-Alltag zu entkommen. Meistens gelingt das nicht. Und wenn doch, dann zieht es die Protagonisten nach einigen Tagen, Monaten oder Jahren wieder zurück in die Heimat.

Denn es ist der Charme vieler Vororte, dem man mit der Zeit erliegt. Es sind Eigenschaften wie Gemütlichkeit, Gemeinschaft und Geselligkeit, von denen ein jeder Vorort lebt. Sich von ihm abzuwenden ist also nicht nur mutig, sondern in gewisser Weise auch ein Bruch mit diesen Eigenschaften. Wir sind hier aufgewachsen und wir definieren diesen Ort. Dieser muss aber nicht statisch sein – neue Menschen können das Leben mitgestalten und formen. Wir freuen uns über jeden, der sich unserer Gemeinschaft anschließen möchte. Und genau deswegen bin ich ehrlich gesagt froh, dass die Altbauwohnung nur ein Träumchen ist. Denn ich bin hier daheim. In der Vorstadt.

In Teufels Namen!

Er ist das Böse in Person: Der Teufel. Als Gottes Gegenspieler hat er im Christentum eine besondere Rolle inne, denn wer zu Lebzeiten ein schlechter Mensch war, muss nach dem Tod bei ihm ausharren. Schon Goethes Faust verkaufte seine Seele an den Höllenboten und auch heute noch prägt der gefallene Engel, bekannt auch als Luzifer, unseren Sprachgebrauch. Wir kommen in Teufels Küche, sind nach einem Streit fuchsteufelswild und wir wissen, dass der Teufel manchmal im Detail steckt. Aber wer ist er heute für uns, dieser Teufel?

Der Teufel feiert sein Comeback

Ich kenne niemanden, der nach nach so langer Zeit ein vergleichbar beeindruckendes Comeback feiert, wie Satan höchstpersönlich. Bei der Netflix-Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ wird der Teufel – hier genannt „der dunkle Lord“ angebetet und von seiner Anhängerschaft regelrecht angeschmachtet. Aber auch bei Amazon hat der Teufel seinen eigenen Auftritt und wandelt, weil es ihm in der Hölle dann doch zu langweilig war, auf der Erde herum. Dort verdreht er unzähligen Frauen den Kopf. Aber Egal ob bei Amazon oder Netflix: Luzifer ist wieder im Trend. Nur erscheint er uns Zuschauern mittlerweile nicht mehr furchteinflößend, sondern harmlos und sympathisch – ja fast sogar menschlich.

Während gottesfürchtige Menschen Jahrtausende lang vor ihm Angst hatten, wird der Teufel heutzutage gefeiert wie ein Popstar. Gut sieht er aus, der Lucifer von Amazon. Und Muskeln hat er auch noch. Da kann so manche Zuschauerin (oder auch so mancher Zuschauer) schnell schwach werden. In die Hölle zu kommen wäre also irgendwie ein Segen. Aber natürlich nur theoretisch. Den Teufel gibt es ja eigentlich gar nicht.

Machen wir uns über Religionen lustig?

Dass der Teufel das aktuelle Sexsymbol Nummer eins ist, sagt mit Sicherheit eine Menge über uns aus. Religionen sind uns fremd geworden, sie existieren meist nur noch auf dem Papier oder in der Erinnerung an unsere Konfirmation von vor über zehn Jahren. In die Kirche gehen wir nicht – außer jemand heiratet oder wird getauft. Und auch so möchten wir uns nicht wirklich mit Religionen oder biblischen Botschaften beschäftigen. Warum auch? Wir wissen es heute doch sowieso besser!

Aber wie sortieren wir das ein? Machen wir uns über den Teufel lustig? Oder gar über Religionen? Oder ist doch noch ein wenig Respekt übrig geblieben? Ich kann diese Frage leider nicht beantworten. Was ich allerdings vermute, ist, dass wir mit der Kirche doch nicht so abgeschlossen haben, wie wir es vielleicht gerne hätten. Nach wie vor sind religiöse – in diesem Fall christliche – Symbole und Figuren in unserem modernen Alltag allgegenwärtig. Sie bestimmen vielleicht nicht unser Leben, aber sie gestalten es entscheidend mit. Die zehn Gebote beispielsweise haben sich in unsere Köpfe genauso gebrannt wie das Bewusstsein dafür, unseren Nächsten genauso zu lieben wie uns selbst. Das mag im echten Leben zwar nicht immer funktionieren, aber der Wille zählt.

In Wahrheit nur ein Schrei nach Sicherheit?

Vielleicht ist der aktuelle „Teufelskult“ auch nur ein Schrei nach Sicherheit. Wir brauchen Sinngebung und Autoritäten in einer Welt, die zu schnell an uns vorüberzieht und alle Möglichkeiten offen lässt. Manche suchen diese Elemente im Kirchenbesuch, andere im Netflix-Programm. Wer sich bewusst mit den Themenstellungen verschiedener Fernsehinhalte auseinandersetzt, merkt schnell, dass Glaube und Übersinnliches immer noch ganz oben auf der Liste stehen. Ergo: Wir wollen das sehen. Wir wollen uns mit diesen scheinbar altmodischen Themenstellungen auseinandersetzen.

Ich möchte jetzt allerdings auch nicht den Teufel an die Wand malen. Es ist gut, dass wir in einer Welt leben, in der jeder Mensch die Wahl hat, ob und wie er seinen Glauben ausleben will. Gottseidank!

Zu den beiden Serien:

Chilling Adventures of Sabrina: Die Serie erzählt die Geschichte der Halbhexe Sabrina Spellman, die ihre Identität als verwaiste Tochter eines Hexenmeisters und einer sterblichen Mutter finden muss. Sabrina lebt in Greendale mit ihren Tanten: der freundlichen Hilda, der strengen und stolzen Zelda und ihrem schelmischen Cousin Ambrose. Sabrina besucht die Akademie der Unsichtbaren Künste, wo sie zur Hexe ausgebildet wird. Zu ihren größten Gegenspielern gehören der Hohepriester Pater Blackwood und der Dunkle Lord (Teufel).

Lucifer: Der Teufel herrscht über die Hölle. Seine Macht ist unbegrenzt, dennoch langweilt er sich so sehr, dass er beschließt, den Höllenort zu verlassen und sich unter die Menschheit zu mischen. Voller Abenteuerdrang macht er sich auf den Weg nach Los Angeles und lässt für die Schönheit der kalifornischen Metropole sein eigenes Königreich im Stich. Anstatt Chaos und Verwüstung unter den Erdlingen zu verbreiten, eröffnet Lucifer einen Nachtclub und verbündet sich mit dem Los Angeles Police Department, um den bösen und kriminellen Menschen in der Stadt das Handwerk zu legen. 

(Auszüge Wikipedia)

Jagdtrieb

Die Jagd nach guten Büchern und vor allem Krimis hat mich in den letzten Jahren ziemlich erschöpft. Denn Auswahl gibt es reichlich, aber viele Geschichten sind inhaltlich kaum voneinander zu unterscheiden. Eine Leiche am Anfang und ein erfahrener Kommissar, der herausfindet, woher die Leiche am Anfang kommt und wer dafür verantwortlich ist. Wer auf diesen klassischen Kitsch – wie ich es jetzt einfach mal formuliere – steht, der sollte Jadgtrieb von Hendrik Esch auf keinen Fall lesen. Wer das 0815-Bla-Bla aber so langsam satt hat, der sollte schleunigst auf die Pirsch gehen und sich ein Exemplar sichern.

Kurz zum Inhalt: Paul Colossa ist ein junger Anwalt und ein waschechter Münchner. Aufgrund des Selbstmords seines Onkels verlässt Paul allerdings seine Heimat, um in der bayerischen Provinz Neustadt dessen Kanzlei zu übernehmen. Dort lernt er auch die junge Russin Maja kennen, die von ihrem Ex gestalkt wird und nun um Pauls Hilfe bittet. Paul lässt sich natürlich darauf ein, merkt aber langsam, wie der ganze Fall aus dem Ruder läuft…

Als ich das Buch aufgeschlagen habe und mit den ersten beiden Seiten durch war, dachte ich mir nur: Was zur Hölle habe ich da gerade gelesen? Ich hatte am Anfang tatsächlich Schwierigkeiten, mich an den Schreibstil des Autors zu gewöhnen. Denn der ist wirklich sehr außergewöhnlich. Aber bekanntlich gewöhnt sich der Mensch ja an alles, so auch in diesem Fall. Ich habe also weitergelesen und mit jeder Seite konnte ich mich mehr und mehr in die Figur Paul hineinversetzen und letztendlich feststellen: Man muss so verrückt schreiben, wenn man so eine Geschichte erzählt.

Die Geschichte kommt so erfrischend ironisch daher, dass man bei aller Ernsthaftigkeit des Themas irgendwie trotzdem schmunzeln muss. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ebenfalls erfrischend ist die Tatsache, dass die Hauptfigur so wahnsinnig sympathisch ist. Paul Colossa ist meiner Meinung nach total verunsichert in allen Dingen und versucht das permanent zu verstecken. Er ist also ein echter Mensch mit echten Schwächen. Davon möchte ich in Zukunft gerne mehr lesen. Deswegen bleibt eine Frage offen: Wann gibt es eine Fortsetzung?


Der Brief einer Schwester

Vor wenigen Jahren baten wir Großtante Elfriede darum, ein paar Geschichten über unseren Großvater aufzuschreiben. Wir wollten aus den gesammelten Anekdoten einen Liedtext dichten und diesen dann bei seiner runden Geburtstagsfeier zum besten geben.

Großtante Elfriede reagierte auf unsere Anfrage und setzte einen Brief auf, der so manches Abenteuer beinhaltete. Der zweiseitige Text umfasste von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter viele Etappen, die Opas Leben auf einem Stück Papier beschrieben. Und weil Papier verbrennen, zerreißen oder vergilben kann, möchte ich einige Auszüge hier festhalten:

„Wilhelm ist damals im Alter von drei Jahren alleine mit dem Zug nach Berlin gefahren. Die Mutter war mit ihm zu Bekannten gegangen und er hatte im Garten warten müssen. Wahrscheinlich langweilte er sich und so ging er alleine in Richtung Bahnhof. Da er noch so klein war, folgte er einfach den Erwachsenen durch die Sperre ins Abteil.“

„Jeden Tag spielte Wilhelm mit anderen Kindern Beruf. Mal war er Dachdecker, mal Schornsteinfeger und mal kletterte er deshalb sogar auf das Dach hinauf. Die Nachbarn bekamen jedes Mal einen Schrecken.“

„Nach dem Krieg sangen Wilhelm und ich zusammen in einem Chor. Dort lernten wir viele neue Menschen kennen und verbrachten lustige Abende gemeinsam. Wilhelm hätte auch heute noch das Talent dazu, allerdings weigert er sich, noch einmal vor Publikum aufzutreten.“

„Nachdem Wilhelm eine Anstellung als Ingenieur fand, traf er seine große Liebe und wurde in der Nähe von Erlangen sesshaft. Unsere Familie hatte schon damals gute Beziehungen zum Bürgermeister, weshalb sich Wilhelm später auch in der Politik engagierte. Ich höre ihm immer gerne zu, wenn er von damals erzählt.“

Die Erzählung beruht auf wahren Begebenheiten. Namen wurden für den Blogbeitrag abgeändert.

Die Teerose

Meine erste Buchempfehlung auf ichlesedas.de liegt mir besonders am Herzen. Denn die Teerose, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, hat eigentlich alles was ein gutes Buch haben muss: Eine mittellose Protagonistin, die sich von niemandem etwas sagen lässt und schließlich zur Großunternehmerin wird. Eine Verliebtheit, bei der es kein Happy End gibt. Eine Freundschaft, die stärker ist als alles andere. Und eine Geschichte, die zu Tränen rührt.

Ich muss sagen, dass ich überhaupt kein Fan von vorhersehbaren Geschichten bin. Wenn ich am Anfang des Buchs schon das Ende erahnen kann *gähn*. Das war bei der Teerose glücklicherweise zu keiner Zeit der Fall. Ich wurde immer wieder aufs neue von der Geschichte überrascht und habe die Kühnheit der Autorin sehr bewundert. Die Teerose ist der erste Teil einer Trilogie. Die beiden anderen Teile heißen Die Winterrose und Die Wildrose und sind auf alle Fälle genauso lesenswert. Jedes Buch ist einem Geschwisterteil gewidmet und erzählt dessen Lebensgeschichte. Die Handlungen spielen zu stürmischen Zeiten: Sowohl die Angst vor Jack the Ripper als auch neue Erkenntnisse in der Wissenschaft sorgen für viel Gesprächsstoff auf den Straßen Londons, wo die drei Geschwister zuhause sind. Schauplatz der Bücher sind aber unterschiedliche Länder und Kontinente. Leser bereisen mithilfe der Geschichten also die ganze Welt. Daumen hoch!

Super schönes Serienwetter!

Na? Immer noch kalt draußen? Immer noch Prüfungszeit? Für alle, die lieber eingekuschelt auf dem Sofa sitzen anstatt zu lernen oder außen durch den Matsch zu laufen, habe ich ein paar tolle Serienempfehlungen vorbereitet. Damit aber auch wirklich keiner zu kurz kommt, stelle ich euch Serien verschiedener Plattformen vor.

Netflix: Der Mord an Gianni Versace

Fangen wir mal gleich mit Netflix an, denn ich denke, dass die meisten von euch hier ihre Serien suchten. Pardon, anschauen. Seit wenigen Tagen ist auf Netflix die zweite Staffel von American Crime Story online. Aber keine Panik, die einzelnen Staffeln der Serie haben eine in sich abgeschlossene Handlung, weshalb ihr die erste also nicht kennen müsst. In der aktuellen Staffel wird der Mord am Star-Designer Gianni Versace nachgestellt. Dieser wurde in den 1990er Jahren vor seiner protzigen Villa in Miami Beach urplötzlich von einem Unbekannten erschossen. Die Hauptrolle hat Versace in der Serie allerdings nicht inne. Dafür aber sein Mörder, ein gewisser Andrew Cunanan, der sich in der Schwulenszene des modernen Amerika einen Namen gemacht hat und neben Versace noch andere Männer auf dem Gewissen hat. Andrews Welt wird dominiert von teuren Klamotten, schicken Autos und eiskaltem Hass. Eine glamouröse Mordserie.

Sky: Sharp Objects

Mit einer Mordserie machen wir gleich weiter, diese ist aber alles andere als elegant. In der Serie Sharp Objects verschwinden im verschlafenen Wind Gap (Missouri) nacheinander zwei junge Mädchen. Die forsche Journalistin Camille, die in Wind Gap ihre Kindheit verbracht hat, wird von ihrem Chef dorthin geschickt, um über die mysteriösen Umstände zu berichten. Camille ist allerdings nicht besonders begeistert, da sie keine wirklich schönen Erinnerungen an ihre Kindheit hat. Dennoch macht sie sich auf den Weg in ihre Heimatstadt. Dort trifft sie auf ihre Mutter. Diese ist eine melancholische Frau im mittleren Alter, die außer ihrem altehrwürdigen Haus und ihrer jüngsten Tochter Amma keinen Sinn im Leben zu haben scheint. Im Laufe der Recherchen kommen immer mehr Grausamkeiten ans Licht. Eine Thriller-Serie, die sowohl Mitleid als auch Entsetzen auslöst.

Amazon Prime: Goliath

Meine letzte Empfehlung ist keine wirkliche Neuerscheinung. Goliath gibt es schon seit 2016 und mittlerweile sind bereits zwei Staffeln erschienen. Dennoch möchte ich euch die Serie vorstellen. Billy McBride ist ein alter und versoffener Kerl, der die beste Zeit seines Lebens bereits hinter sich hat. In seiner Vergangenheit war er ein angesehener Anwalt, jetzt allerdings haust er in einem schäbigen Motel an der Küste Kaliforniens und vertreibt sich die Zeit in einer Kneipe. Zu seiner Überraschung wird er von der gutaussehenden Strafanwältin „Patty“ darum gebeten, ihm bei einer Zivilklage gegen seine frühere Kanzlei zu unterstützen, die eine große Rüstungsfirma vertritt und einen Mord vertuschen will. Billy hat zwar zunächst keine Lust, lässt sich aber auf einen Deal mit Patty ein, da er eigentlich nichts zu verlieren hat. Die Serie hat ihren Namen sicherlich von dem biblischen Showdown zwischen David und Goliath. Ein Alkoholiker und eine Blondine: Haben die beiden überhaupt eine Chance vor Gericht? Eine etwas außergewöhnlichere Anwaltserie.

Also los geht’s! Schnappt euch eine heiße Tasse Kakao, eure Lieblings-Decke und dann ab auf’s Sofa. Und wenn ihr jetzt maßlos enttäuscht seid, weil ihr schon alle Serien gesehen habt, dann solltet ihr vielleicht doch mal an die frische Luft. Mich eingeschlossen.

Wann geht uns ein Licht auf?

Wer von euch kennt Greta? Die 16-Jährige Klimaaktivistin mit Asperger-Syndrom und den zwei geflochtenen Zöpfen? Das Mädchen dessen Video um die Welt geht? Das sich vor verschlafene Regierungsmitglieder verschiedener Länder stellt und versucht sie wachzurütteln? Genau die! Und über die reden wir jetzt. Greta Thunberg hat beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos folgendes gesagt:

Erwachsene sagen immer wieder: Wir sind es den jungen Leuten schuldig, ihnen Hoffnung zu geben. Aber ich will eure Hoffnung nicht. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. Dass ihr so handelt als würde euer Haus in Flammen stehen, denn das tut es.

Greta THunberg (VIdeo)

In einem weiteren Interview sagt Greta etwas, das mich fast sprachlos gemacht hat:

Wir müssen erkennen, dass wir in einer akuten Krise stecken. Und in einer Krise handelt und denkt man anders, als man es normalerweise tun würde.

GReta Thunberg (VIDEO)

Und damit trifft Greta den Nagel auf den Kopf. Denn wir Menschen ziehen uns regelmäßig irgendwelche apokalyptischen Blockbuster rein, angefangen bei „I am Legend“ bis hin zu „Bird Box“, und essen dabei unsere Tüte Chips mit einer Seelenruhe, als wären solche Weltuntergangs-Szenarien nur ausgedacht. Nein. Wir befinden uns bereits in so einem Szenario. In einer Krise. Und es ist dieselbe Krise wie im Film. Nur wir checken es einfach nicht. Wir merken es nicht. Wir sehen es nicht. 

Es muss erst ein Teenager um die Ecke kommen, damit wir das verstehen. Wir Menschen haben über die Jahre erstklassiges Wissen über unsere Umwelt gesammelt und dennoch tun wir nichts, um sie zu schützen. Es siegt dann das Zwei-Euro-Fleisch aus dem Discounter. Aber wenn wir wirklich so weitermachen wollen, wenn wir dieses Leben wirklich leben wollen, dann müssen wir uns der Konsequenzen bewusst sein. Wir werden immer mehr Menschen und Ressourcen werden gleichzeitig immer knapper. Haben wir überhaupt noch ein Recht auf diesen wahnsinnigen Konsum?

Ich bin wirklich keine Heilige, auch ich habe meine Klimasünden. Ich fliege alle zwei Jahre in den Urlaub und ich habe ein Auto, das ich auch regelmäßig benutze. Aber ich bin dennoch immer darum bemüht, wenigstens bei den kleinen Dingen im Alltag etwas klimabewusster zu werden. Ich verzichte weitgehend auf Plastik und versuche mein Obst und Gemüse immer regional zu kaufen. Ich kaufe mir keine 45 Cent Milch, sondern gebe dafür gerne mehr Geld aus. 

Ich bin teilweise schockiert, wenn ich sehe was so manche Menschen täglich einkaufen. Abgesehen davon, dass das meiste Zeug wahnsinnig ungesund ist, ist es vor allem doppelt und dreifach in Plastik eingewickelt. Da frage ich mich: muss das wirklich sein? Ich will hier niemanden angreifen und es ist auch nicht meine Absicht euch zu sagen, wie ihr euer Leben führen sollt. Aber bitte, wenn ihr euch jetzt angesprochen fühlt, dann denkt mal darüber nach warum. Habt gerne ein schlechtes Gewissen.

Und wer glaubt, er könne mit seinem Einkauf sowieso nichts bewirken, denn es seien allein die Produzenten, die sich ändern müssten, den möchte ich kurz aufklären. Denn das Angebot im Supermarkt und darüber hinaus (Autobranche, Stromanbieter etc.) wird durch die Nachfrage der Konsumenten bestimmt. Anbieter richten ihre Produkte an unseren Bedürfnissen aus, um den Absatz zu maximieren. Wenn wir aber verweigern, weiterhin in Plastik gepackte Gurken zu kaufen, dann werden sie auf kurz oder lang aus den Läden verschwinden. Wir Konsumenten haben nämlich mehr Macht, als wir es uns selbst zutrauen. Um es mit Gretas Worten zu sagen: „You are never too small to make a difference“.

Wir müssen reden!

Wir müssen über Feminismus reden! Dringend. Denn wir haben unendlich viele Gründe dazu. Und genau diejenigen, die spätestens in dieser Sekunde mit den Augen rollen oder keine Lust mehr haben weiterzulesen, sollten jetzt ganz aufmerksam sein. Und wer nicht genau weiß, was denn so alles unter dem Begriff Feminismus verstanden wird, hier eine Definition:

Feminismus ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf der kritischen Analyse von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen. (Quelle: Wikipedia)

Warum das alles?

Wir leben doch in einer modernen Gesellschaft, in der es den Frauen an nichts fehlt? Frauen werden hier gut behandelt und dürfen studieren gehen und wählen dürfen sie sowieso. Feministen wollen stattdessen durchsetzen, dass Frauen überrepräsentiert werden und das ist ungerecht den Männern gegenüber. Außerdem ist der Feminismus eine „männerhassende Bewegung“. Genau so argumentieren Menschen im Internet, die sich klar gegen feministische Ströme aussprechen. Vielleicht mag auf den ersten Blick wahr sein was sie sagen. Aber schauen wir doch einmal genauer hin, ob solche Argumentationen auch auf den zweiten Blick Bestand haben.

Frauen werden gut behandelt

Richtet man den Blick auf andere Kulturen, jenseits der westlichen und modernen Welt, findet man schnell Grausamkeit, wenn man sich mit der Behandlung junger Frauen und Mädchen auseinandersetzt. Ehen im Kindesalter, Beschneidungen und brutale Gruppenvergewaltigungen… Die Liste ist lang. Dennoch dürfen wir nicht anfangen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Dadurch, dass wir in einer zivilisierten Gesellschaft leben, sind solche Dinge natürlich undenkbar und kommen in unserer Kultur glücklicherweise (so gut wie) nicht vor.

Dennoch werden Frauen täglich in unserer Gesellschaft als Sexobjekt dargestellt und schlechter behandelt als Männer. Frag doch mal deine Freundinnen, ob ihnen schon mal jemand ungefragt an den Hintern gefasst hat? Vielleicht lachst du darüber, aber die Sache ist ernster als du denkst. Ich möchte nicht ständig von fremden Männern angefasst werden. Dennoch passiert das andauernd. Und schau dich doch mal um, wenn du das nächste Mal zum Amt o.Ä. gehst. Hast du da schon jemals einen Flyer gesehen, für Männer die Opfer von häuslicher Gewalt wurden? Ein Männerhaus? Ich persönlich noch nicht. Aber schau doch mal einen Tatort oder einen anderen beliebigen Krimi im TV an und sag mir, wie oft dort eine Frau gespielt wird, die Opfer ihres handgreiflichen Ehemanns wurde? Oft. Und oft werden solche asymmetrischen Beziehungen zwischen Mann und Frau im Fernsehen auch noch romantisiert. Das beginnt teilweise schon bei Kinderfilmen, wie beispielsweise die Schöne und das Biest.

Hier möchte ich gleich sagen, dass Feminismus bedeutet, dass es genauso ein Gesprächsthema sein muss, wenn Männer von ihren Frauen geschlagen werden. Auch Frauen können aggressiv und handgreiflich sein. Das ist keine Verhaltensweise, die nur Männer an den Tag legen! Dennoch passiert häufiger der umgekehrte Fall. Ich bin zwar kein Psychologe, der die Neigung zu aggressivem Verhalten vorhersagen kann, aber ich glaube nicht, dass Männer grundsätzlich gewaltbereiter oder böser sind als Frauen. Frauen sind nur häufiger unterwürfiger und lassen sich das gefallen, meiner Meinung nach. Weil sie leider oft sowohl psychisch als auch finanziell von ihren Männern abhängig sind und sich nicht trauen, eigene Stärke zu zeigen.

Frauen dürfen Karriere machen und wählen gehen

Ja. Das dürfen sie durchaus. Laut Grundgesetz (Art. 3 Abs. II) darf kein Mensch aufgrund seines Geschlechts besser oder schlechter gestellt werden als ein anderer Mensch. Das heißt im Klartext, dass eine Frau beim Bewerbungsprozess die gleiche Chance bekommen muss, wie ein männlicher Kandidat. Und dass Frauen das gleiche Gehalt bekommen müssten, wie ihre männlichen Arbeitskollegen. Dass dies aber nicht der Fall ist, ist ein offenes Geheimnis. 

Ein weiteres offenes Geheimnis ist, dass Frauen seltener in Führungspositionen arbeiten als ihre männlichen Kollegen. Ihr glaubt das nicht? Dann schaut doch mal in euer berufliches Umfeld und denkt über das Verhältnis von Frauen und Männern nach, die eine wichtige Rolle bei Entscheidungsfindungen einnehmen. Ihr glaubt es immer noch nicht? Dann schaut doch mal auf RTL „Undercover Boss“ an und sagt mir, wie oft da eine Frau als Chef teilnimmt? Ich denke ich schätze nicht schlecht, wenn ich behaupte, dass die Quote in diesem Fall gegen null geht.

Frauen sollen durch z.B. die Frauenquote überrepräsentiert werden

Die Angst, Frauen würden nur eingestellt werden, um die Quote zu erfüllen und Männern würde man dann die Chance auf den Job verwehren, setze ich gerne auf die Liste der Ammenmärchen. Denn nur weil Frauen stärker werden, heißt das nicht automatisch, dass Männer schwächer werden. Frauen müssen aber generell mehr gefördert werden als Männer. Aber nicht in dem was sie tun oder nicht tun, sondern sie müssen darin gefördert werden, mehr an sich selbst zu glauben. Jede Frau wird sich an einem gewissen Punkt in ihrem Leben überlegen, ob sie sich lieber für Kind oder Karriere entscheiden will. Aber warum denn eigentlich, in Gottesnamen? Männer müssen sich doch auch nicht entscheiden! Dennoch sind Männer auch Eltern und damit genauso in der Pflicht, die Kinderbetreuung aktiv mitzugestalten und zu organisieren.

Darüber hinaus bekommen wir, und das gilt für Jungen genauso wie für Mädchen, in der Kindheit genau vorgeschrieben, wie wir uns entsprechend unseres Geschlechts zu verhalten haben. Mädchen tragen rosa Kleidchen, gehen zum Tanzen und sehen hübsch aus. Jungen hingegen sind die Entdecker, die schlauen Kerlchen und die Fußballspieler. Deswegen entwickeln wir im Laufe unserer Sozialisation feste Rollenbilder. Und die sind so fest, dass sie zu brechen schon fast lächerlich erscheint. Aber warum eigentlich? Wer hat das festgelegt? Ein Mädchen kann genauso gut Autos mögen und Physik studieren. Genauso wie ein Junge tanzen darf oder später Erzieher wird oder Design studiert. Denn dass Jungen und Mädchen gleich schlau sind, weiß doch hoffentlich jeder. Dennoch kenne ich unendlich viele Namen männlicher Wissenschaftler (sowohl aktuelle als auch historische), kaum aber den Namen einer Wissenschaftlerin. Und um nochmal auf die Kulturen jenseits der westlichen Welt zurückzukommen: wie sollen denn dort Frauen in der Öffentlichkeit ernstgenommen werden, wenn das nicht mal bei uns richtig funktioniert? Wir sollten in dieser Hinsicht ein Vorbild werden.

Feminismus ist eine männerhassende Bewegung

Dieser Abschnitt ist mir besonders wichtig, weil ich klarstellen will, dass unter Gleichheit verstanden wird, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Frauen, Männer, diverse Menschen. Alle. Auch du!

Feministinnen und Feministen hassen Männer nicht, im Gegenteil: sie machen sich stark dafür, dass Männer auch sensibel sein dürfen oder Schminke tragen dürfen oder auch nur ein rosa Hemd, ohne ausgelacht und als Tunte oder Schwächling bezeichnet zu werden. Wir wollen, dass die Persönlichkeit eines jeden Menschen im Mittelpunkt steht. Nicht das Geschlecht, das Aussehen und auch nicht die sexuelle Orientierung. Wir wollen, dass alle Menschen lieb zu einander sind. Ergo: Jeder, der für Gleichberechtigung eintritt, ist Feminist oder Feministin. Und, oh Wunder, das kostet uns sogar keinen einzigen Cent. #bittedanke


Star Wars und ich: Eine Liebe auf den zweiten Blick

Es war wirklich keine Liebe auf den ersten Blick. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als mir meine Freunde auf irgendeinem Parkplatz vorgeschlagen haben, gemeinsam Star Wars anzuschauen.

Star Wars? Auf keinen Fall! Für mich war klar, dass ich so einen überdimensionalen Schmarrn niemals anschauen würde. „Das ist wie Harry Potter“ – so haben meine Freunde dann versucht mich zu überzeugen und schnurstracks ein paar Termine ausgemacht, um alle Episoden anzugucken. Wie Harry Potter? Seid ihr eigentlich bescheuert?! Es kann gar nichts geben, das mit Harry Potter vergleichbar ist! Aber gut, ich hab dann beschlossen mich selbst davon zu überzeugen.

Und dann kam der Abend, an dem wir mit haufenweise ungesundem Zeug vorm Fernseher saßen. Dann ging’s los. Episode I. Alles klar. Komische Dinger die mit Laserwaffen kämpfen. Ok? Abwarten. Mit der Zeit habe ich dann aber festgestellt, dass ich diese komischen Dinger eigentlich ganz cool finde. Also habe ich weitergeschaut. Und dann, ein paar Stündchen später, waren wir fertig mit Episode III. Und ich war plötzlich der größte Fan der Welt! Ich muss zugeben, das kratzt ganz schön an meinem Ego. Mir einzugestehen, dass ich falsch lag. Dass Star Wars cool ist. Dass ich mich verliebt habe.

Unsere Liebe auf den zweiten Blick ging dann mit den drei Klassikern direkt weiter. Und ich wurde Zeuge von wohl weltberühmten Szenen und konnte lauthals „Luke ich bin dein Vater“ grölen. Ein gutes Gefühl. Jetzt, seit Episode VII und VIII, weiß ich sicher, dass ich Star Wars heiraten will. Die Szene wo Kylo Ren und Rey im Wald kämpfen ist einfach nur episch. Oh und wir dürfen Rogue One nicht vergessen! Der war auch nicht schlecht.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das die originalen Star Wars Omis und Opis beurteilen, die aus ihrer Jugend noch ersten drei Teile kennen. Keine Ahnung ob die den neumodischen Kram gut finden. Ich jedenfalls schon.

P.S. Ja, es ist wie Harry Potter.