Seite 2 von 4

Sonnensturm im Sommer

Ein warmer Wind weht durch das Haar
Die Locken umspielen das zarte Gesicht
Ich sehe sie vorbeiziehen
Graziös und leicht
Entlang der leeren Straße
Ihre Augen leuchten gefährlich gelb
Meine Kehle brennt
Wie ein Sonnensturm im Sommer.

Von kleinen Ängsten und großen Pflichten

Ich sitze auf dem Schlafzimmerboden. Dabei sortiere ich die Socken meiner zwei Töchter. Schön. Ich kann mir wirklich keine bessere Beschäftigung für diesen Ostersonntag vorstellen. Aber als Mutter muss man eben vielen Pflichten nachkommen. Das tun die meisten Mütter auch gern, dazu noch mit unglaublich viel Herzblut. Als Mutter liebt man es, sich um alles zu kümmern. Bei mir ist das nicht anders. Socken sortieren gehört allerdings nicht dazu. Gibt es eine schlimmere, schwerere, ja vielleicht sogar herausforderndere Aufgabe als unsortierte Socken?

Blau – blau, schwarz – schwarz, rosa – rosa. Wo ist die zweite gelbe Socke? Ich bin so versunken in diese anspruchslose Akkordarbeit, dass ich mich beinahe in meinen Gedanken verliere. Das Gebrüll meiner jüngsten Tochter reißt mich schließlich aus meiner Tagträumerei. Mama! Karotta ist tot! Tot, tot, tot.

Der Schock sitzt tief. Die Kinder weinen bitterlich und ich versuche die Situation unter Kontrolle zu behalten. Einen kühlen Kopf zu bewahren. Alles für die Bestattung vorzubereiten. Karotta bekommt zwei Stunden später  eine angemessene Beerdigung, wie es sich für einen Hasen an Ostern eben gehört. Ein alter Schuhkarton dient als kleiner Sarg und die Mädchen haben Blumen gesammelt, um das Grab hübsch zu schmücken. Während ich meine Grabrede zum besten gebe, steht mein Mann nur da und schaut gelangweilt zum Haus unserer Nachbarn. Ich lasse mich davon allerdings nicht ablenken und konzentriere mich stattdessen auf meinen Monolog. Richtig vorbereiten konnte ich diesen ja nicht gerade, weshalb ich mich einfach an eine Trauerrede vor drei Jahren erinnere. Karotta hatte zwar nicht annähernd genauso viel erlebt wie die dahingeschiedene Frau Heinrich, aber sie war dennoch eine mindestens genauso standhafte Persönlichkeit gewesen. Zumindest im Vergleich zu anderen Hasen.

Dennoch ärgert es mich, dass ich mich wieder alleine um das Drama kümmern muss. Mein Mann war zwar nicht gerade für seine Feinfühligkeit bekannt, von einer vermeintlichen Redseligkeit ganz zu schweigen, aber er hätte mich doch ein wenig mehr unterstützen können in dieser unangenehmen Sache. Ja, denn genau das war es. Unangenehm. Der Tod kommt immer unpassend und unbequem, wann es ihm eben passt. Er fragt nicht: „Hallo hübsches Fräulein, wann würd’s denn gehen? Sollen’s lieber die Masern sein nächste Woche oder wollen’s lieber noch a bisserl warten? So beim Segeltörn mit 75?“ Gleiches gilt natürlich auch für Karotta, oder eben jedes andere Haustier. Den Rest des Lebens entscheiden wir aus einem Katalog heraus. Nur der Tod, der ist ganz schön eigen.

Mit dem Ende meiner Rede und dem Verbuddeln des Hasen-Sargs ist das Thema zu meiner Enttäuschung aber noch nicht erledigt. Ist Karotta jetzt im Hasenhimmel? Bekommt sie da gutes Futter? Oder muss sie da Salat essen? Mama, Salat schmeckt nicht. 

Hasenhimmel. Wer hat sich das nur wieder ausgedacht? Der Hase ist jetzt nirgends, außer in unserem Garten und zieht wahrscheinlich dabei noch irgendwelche Viecher an. Es gibt keinen Himmel. Früher war ich davon überzeugt, aus Karotta könnte irgendwann eine Nacktschnecke werden. Oder aus Frau Heinrich der nächste Präsident der Vereinigten Staaten. Diese Hoffnung habe ich aber aufgegeben. Denn wie schon gesagt, da ist nichts. Nichts, außer Dreck und Dunkelheit. Aber das kann man einem fünfjährigen Kind wohl nur schlecht genauso sagen.

Nun ist es meine älteste Tochter, die mich aus meinen Gedanken reißt. Ob es Karotten gibt, müsse sie jetzt dringend wissen. Weil falls nicht, würde sie welche auf das Grab legen. Karotta schmeckt ja sonst nichts. Wie ich sie so ansehe, mit ihren goldenen Locken und ihren kleinen Sommersprossen, kann ich einfach nicht anders. Karotta geht es gut, glaub mir. Sie bekommt jede Menge Karotten. Soviel, dass sie die gar nicht alle alleine essen kann. Aber das macht nichts, denn sie wird im Hasenhimmel ganz schnell Freunde finden, mit denen sie teilen kann. 

Diese Worte klingen seltsam falsch und mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Als meine Töchter jedoch diesen frechen Blick aufsetzen und sich wissend zunicken, werde ich mir einer Sache bewusst: Es sind die Erwachsenen, die Angst haben. Nicht die Kinder. 

Dein Lied

Ich habe dein Lied gehört
Es war hübsch
Ich habe dein Lied eingeatmet
Es gab mir Kraft
Ich wollte dein Lied behalten
Aber es war vergänglich.

Zehn Tage Russland

Es gibt Menschen, die möchten eine Woche lang wandern im Harz. Oder die Alpen überqueren bis nach Meran. Und es gibt im Vergleich dazu noch viel mehr Menschen, die möchten sich an der Costa Brava sonnen oder in Venedig Tauben jagen. Und dann gibt es mich. Ich wollte schon immer unbedingt nach Russland. 

Warum ich das möchte? Ich könnte jetzt von den Moskauer Zwiebeltürmen schwärmen oder von richtigem Wodka. Aber das wäre vermutlich alles frech gelogen. Denn in Wahrheit möchte ich mich auf die Spuren eines besonderen Mädchens begeben, um mehr über die Umstände ihres tragischen Schicksals zu lernen. Anastasia.

Meine Mutter sagt, das sei keine anständige Beschäftigung für einen jungen Mann in seinen Zwanzigern. Ich solle doch lieber Sport machen und eine Frau kennenlernen. Dass ich noch nie zuvor eine wirkliche Freundin hatte, störte meine Mutter offensichtlich mehr als es mich selbst störte. Denn ich hatte im Augenblick meine Gedanken bei einer anderen jungen Frau. Als Kind sah ich das erste mal einen Disneyfilm über sie. Seitdem ließ mich ihre Geschichte nicht mehr los. Auch meiner besten Freundin war mein Ausflug nach Russland ein Dorn im Auge. Einem Geist würde ich hinterher jagen, denn das Kind wäre damals mit seiner Familie gestorben, meinte sie. Das sei längst bewiesen.

Mir war klar, dass Anastasia heute längst nicht mehr leben würde, selbst wenn ihr damals eine Flucht geglückt wäre. Dennoch lässt mich die Vorstellung nicht mehr los, wie ich durch die Straßen von Moskau ziehe und ihr in jeder Ecke, in jedem Laden und an jedem U-Bahn-Gleis begegnen könnte. Wie sie aussah wusste ich zwar nicht, aber in meinem Kopf hatte sich längst ein wunderhübsches Gesicht abgezeichnet. So schön und vollkommen, dass jeder unterlassene Versuch sie zu treffen eine Schande gewesen wäre.

Denn dass es für mich hier keine passende Frau gab, war nicht von der Hand zu weisen. Ich war nicht besonders gutaussehend und viele Macken hatte ich obendrein. Die Frauen meiner Fakultät beachteten mich nicht im geringsten und in der Nachbarschaft gab es auch niemanden. Meine beste Freundin war die einzige weibliche Person, die außer meiner Mutter Teil an meinem Leben hatte. Aber mit ihr eine Beziehung zu führen, wäre wahrscheinlich einfach nur lächerlich gewesen. Man kann mit niemanden ein Bett teilen, mit dem man sich schon im Sandkasten um eine Schaufel gestritten hatte. Und man konnte erst recht nicht mit jemanden ein Bett teilen, der wusste, dass man abends vor dem Zähneputzen dreimal blinzeln musste, weil man sonst einen Albtraum befürchtete.

Wir fuhren gemeinsam zum Flughafen. Meine beste Freundin begleitete mich, um sich noch persönlich für die nächsten Tage zu verabschieden. Das Flugzeug könnte ja abstürzen oder ich könnte einem Anschlag zum Opfer fallen. Es wäre möglich, dass wir uns nie wieder sehen würden. Unfug! Das war natürlich alles unbegründet und so versicherte ich ihr, dass ich wohlbehalten zurückkehren würde. Sodann verlies ich die Halle in Richtung meines Terminals.

Als ich zehn Tage später aus Russland heimkehrte, war ich zu einer Erkenntnis gelangt. Es war, als hätte mir jemand endlich die Augen geöffnet. Ich war um den halben Globus geflogen, um eine Person zu finden, die gar nicht existierte. Dabei wartete zu Hause eine andere Frau, die viel schöner war als alle Damen die ich in Russland getroffen hatte. Mit Freude im Herzen rannte ich auf die Ankunftshalle zu, um meine beste Freundin in die Arme zu schließen und ihr zu sagen, dass ich mich wie ein blinder und dummer Hund benommen hatte.

Ich blickte mich um, konnte ich hübsches Gesicht aber nirgends entdecken. In der Halle warteten einige Menschen auf die ankommenden Passagiere, um sie in Empfang zu nehmen. Sie war nicht unter ihnen. Hinter dem Gepäckband traf ich jedoch meine Mutter. Jene schien sich nicht besonders über meine Rückkehr zu freuen, denn ihr Blick war finster und traurig. Als ich Mutter fragte, wo denn meine beste Freundin geblieben sei, zog sie mich in näher zu sich und erzählte mir, dass Anna vor wenigen Tagen bei einem Autounfall ums Leben gekommen war.

Flüchtiges Gefühl

Ein kurzer Duft und sanfte Schmerzen,
Ich trage es in meinem Herzen.
Wie Wind der schnell vorüberzieht,
Ein Dieb der vor Bestrafung flieht.
Die Haut fühlt sich wie Seide an, 
Weshalb ich nur dran denken kann.
Ich bin nicht sicher, ist es Liebe?
Sind es vielleicht nur meine Triebe?
In meinem Kopf herrscht ein Gewühl,
Dabei war’s nur ein flüchtiges Gefühl.

Auf der Jagd nach guten Krimis

Jagdtrieb: Ein Kriminalroman
(Werbung)

Die Jagd nach guten Büchern und vor allem Krimis hat mich in den letzten Jahren ziemlich erschöpft. Denn Auswahl gibt es reichlich, aber viele Geschichten sind inhaltlich kaum voneinander zu unterscheiden. Eine Leiche am Anfang und ein erfahrener Kommissar, der herausfindet, woher die Leiche am Anfang kommt und wer dafür verantwortlich ist. Wer auf diesen klassischen Kitsch – wie ich es jetzt einfach mal formuliere – steht, der sollte Jadgtrieb von Hendrik Esch auf keinen Fall lesen. Wer das 0815-Bla-Bla aber so langsam satt hat, der sollte schleunigst auf die Pirsch gehen und sich ein Exemplar sichern.

Kurz zum Inhalt: Paul Colossa ist ein junger Anwalt und ein waschechter Münchner. Aufgrund des Selbstmords seines Onkels verlässt Paul allerdings seine Heimat, um in der bayerischen Provinz Neustadt dessen Kanzlei zu übernehmen. Dort lernt er auch die junge Russin Maja kennen, die von ihrem Ex gestalkt wird und nun um Pauls Hilfe bittet. Paul lässt sich natürlich darauf ein, merkt aber langsam, wie der ganze Fall aus dem Ruder läuft…

Als ich das Buch aufgeschlagen habe und mit den ersten beiden Seiten durch war, dachte ich mir nur: Was zur Hölle habe ich da gerade gelesen? Ich hatte am Anfang tatsächlich Schwierigkeiten, mich an den Schreibstil des Autors zu gewöhnen. Denn der ist wirklich sehr außergewöhnlich. Aber bekanntlich gewöhnt sich der Mensch ja an alles, so auch in diesem Fall. Ich habe also weitergelesen und mit jeder Seite konnte ich mich mehr und mehr in die Figur Paul hineinversetzen und letztendlich feststellen: Man muss so verrückt schreiben, wenn man so eine Geschichte erzählt.

Die Geschichte kommt so erfrischend ironisch daher, dass man bei aller Ernsthaftigkeit des Themas irgendwie trotzdem schmunzeln muss. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ebenfalls erfrischend ist die Tatsache, dass die Hauptfigur so wahnsinnig sympathisch ist. Paul Colossa ist meiner Meinung nach total verunsichert in allen Dingen und versucht das permanent zu verstecken. Er ist also ein echter Mensch mit echten Schwächen. Davon möchte ich in Zukunft gerne mehr lesen. Deswegen bleibt eine Frage offen: Wann gibt es eine Fortsetzung?


Der Brief einer Schwester

Vor wenigen Jahren baten wir Großtante Elfriede darum, ein paar Geschichten über unseren Großvater aufzuschreiben. Wir wollten aus den gesammelten Anekdoten einen Liedtext dichten und diesen dann bei seiner runden Geburtstagsfeier zum besten geben.

Großtante Elfriede reagierte auf unsere Anfrage und setzte einen Brief auf, der so manches Abenteuer beinhaltete. Der zweiseitige Text umfasste von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter viele Etappen, die Opas Leben auf einem Stück Papier beschrieben. Und weil Papier verbrennen, zerreißen oder vergilben kann, möchte ich einige Auszüge hier festhalten:

„Wilhelm ist damals im Alter von drei Jahren alleine mit dem Zug nach Berlin gefahren. Die Mutter war mit ihm zu Bekannten gegangen und er hatte im Garten warten müssen. Wahrscheinlich langweilte er sich und so ging er alleine in Richtung Bahnhof. Da er noch so klein war, folgte er einfach den Erwachsenen durch die Sperre ins Abteil.“

„Jeden Tag spielte Wilhelm mit anderen Kindern Beruf. Mal war er Dachdecker, mal Schornsteinfeger und mal kletterte er deshalb sogar auf das Dach hinauf. Die Nachbarn bekamen jedes Mal einen Schrecken.“

„Nach dem Krieg sangen Wilhelm und ich zusammen in einem Chor. Dort lernten wir viele neue Menschen kennen und verbrachten lustige Abende gemeinsam. Wilhelm hätte auch heute noch das Talent dazu, allerdings weigert er sich, noch einmal vor Publikum aufzutreten.“

„Nachdem Wilhelm eine Anstellung in einer Schreinerei fand, traf er seine große Liebe und wurde in der Nähe von Erlangen sesshaft. Unsere Familie hatte schon damals gute Beziehungen zum Bürgermeister, weshalb sich Wilhelm später auch in der Politik engagierte. Ich höre ihm immer gerne zu, wenn er von damals erzählt.“

„Einen Bruder zu haben ist das schönste auf der Welt. Denn man hat immer einen Verbündeten, mit dem man alles gemeinsam machen kann. Gemeinsam die Hausaufgaben verweigern, gemeinsam im Verein tätig sein und gemeinsam Geburtstag feiern.“

Die Erzählung beruht auf wahren Begebenheiten, wurde aber für den Blogbeitrag inhaltlich leicht abgeändert.

Die Teerose

Die Teerose hat mir sehr gut geschmeckt
(unbezahlte Werbung)

Meine erste Buchempfehlung auf ichlesedas.de liegt mir besonders am Herzen. Denn die Teerose, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, hat eigentlich alles was ein gutes Buch haben muss. Eine mittellose Protagonistin, die sich von niemandem etwas sagen lässt und schließlich zur Großunternehmerin wird. Eine Verliebtheit, bei der es kein happy End gibt. Eine Freundschaft, die stärker ist als alles andere. Und eine Geschichte, die zu Tränen rührt.

Ich muss sagen, dass ich überhaupt kein Fan von vorhersehbaren Geschichten bin. Wenn ich am Anfang des Buchs schon das Ende vorhersehen kann *gähn*. Das war bei der Teerose glücklicherweise zu keiner Zeit der Fall. Ich wurde immer wieder aufs neue von der Geschichte überrascht und habe die Kühnheit der Autorin sehr bewundert. Die Teerose ist der erste Teil einer Trilogie. Die beiden anderen Teile heißen die Winterrose und die Wildrose und sind auf alle Fälle genauso lesenswert. Jedes Buch ist einem Geschwisterteil gewidmet und erzählt dessen Lebensgeschichte. Die Handlungen spielen zu stürmischen Zeiten: Sowohl die Angst vor Jack the Ripper als auch neue Erkenntnisse in der Wissenschaft sorgen für viel Gesprächsstoff auf den Straßen Londons, wo die drei Geschwister zuhause sind. Schauplatz der Bücher sind aber mehrere Länder und Kontinente; Leser bereisen mithilfe der Geschichten also die ganze Welt. Daumen hoch!

ichlesedas und was liest du?


Damit ihr in Zukunft auch büchermäßig nicht unterversorgt seid, werde ich hier regelmäßig verschiedene Buchempfehlungen posten. Aktuell liegen haufenweise ungelesene Bücher auf meinem Schreibtisch, die ich nach der aktuellen Prüfungszeit sofort in Angriff nehmen werde! Auf der Warteliste stehen mitunter Krimis und vor allem historische Romane. Ich bin gespannt und werde euch berichten.

Super schönes Serienwetter!

Na? Immer noch kalt draußen? Immer noch Prüfungszeit? Für alle, die lieber eingekuschelt auf dem Sofa sitzen anstatt zu lernen oder außen durch den Matsch zu laufen, habe ich ein paar tolle Serienempfehlungen vorbereitet. Damit aber auch wirklich keiner zu kurz kommt, stelle ich euch Serien verschiedener Plattformen vor.

Netflix: Der Mord an Gianni Versace

Fangen wir mal gleich mit Netflix an, denn ich denke, dass die meisten von euch hier ihre Serien suchten. Pardon, anschauen. Seit wenigen Tagen ist auf Netflix die zweite Staffel von American Crime Story online. Aber keine Panik, die einzelnen Staffeln der Serie haben eine in sich abgeschlossene Handlung, weshalb ihr die erste also nicht kennen müsst. In der aktuellen Staffel wird der Mord am Star-Designer Gianni Versace nachgestellt. Dieser wurde in den 1990er Jahren vor seiner protzigen Villa in Miami Beach urplötzlich von einem Unbekannten erschossen. Die Hauptrolle hat Versace in der Serie allerdings nicht inne. Dafür aber sein Mörder, ein gewisser Andrew Cunanan, der sich in der Schwulenszene des modernen Amerika einen Namen gemacht hat und neben Versace noch andere Männer auf dem Gewissen hat. Andrews Welt wird dominiert von teuren Klamotten, schicken Autos und eiskaltem Hass. Eine glamouröse Mordserie.

Sky: Sharp Objects

Mit einer Mordserie machen wir gleich weiter, diese ist aber alles andere als elegant. In der Serie Sharp Objects verschwinden im verschlafenen Wind Gap (Missouri) nacheinander zwei junge Mädchen. Die forsche Journalistin Camille, die in Wind Gap ihre Kindheit verbracht hat, wird von ihrem Chef dorthin geschickt, um über die mysteriösen Umstände zu berichten. Camille ist allerdings nicht besonders begeistert, da sie keine wirklich schönen Erinnerungen an ihre Kindheit hat. Dennoch macht sie sich auf den Weg in ihre Heimatstadt. Dort trifft sie auf ihre Mutter. Diese ist eine melancholische Frau im mittleren Alter, die außer ihrem altehrwürdigen Haus und ihrer jüngsten Tochter Amma keinen Sinn im Leben zu haben scheint. Im Laufe der Recherchen kommen immer mehr Grausamkeiten ans Licht. Eine Thriller-Serie, die sowohl Mitleid als auch Entsetzen auslöst.

Amazon Prime: Goliath

Meine letzte Empfehlung ist keine wirkliche Neuerscheinung. Goliath gibt es schon seit 2016 und mittlerweile sind bereits zwei Staffeln erschienen. Dennoch möchte ich euch die Serie vorstellen. Billy McBride ist ein alter und versoffener Kerl, der die beste Zeit seines Lebens bereits hinter sich hat. In seiner Vergangenheit war er ein angesehener Anwalt, jetzt allerdings haust er in einem schäbigen Motel an der Küste Kaliforniens und vertreibt sich die Zeit in einer Kneipe. Zu seiner Überraschung wird er von der gutaussehenden Strafanwältin „Patty“ darum gebeten, ihm bei einer Zivilklage gegen seine frühere Kanzlei zu unterstützen, die eine große Rüstungsfirma vertritt und einen Mord vertuschen will. Billy hat zwar zunächst keine Lust, lässt sich aber auf einen Deal mit Patty ein, da er eigentlich nichts zu verlieren hat. Die Serie hat ihren Namen sicherlich von dem biblischen Showdown zwischen David und Goliath. Ein Alkoholiker und eine Blondine: Haben die beiden überhaupt eine Chance vor Gericht? Eine etwas außergewöhnlichere Anwaltserie.

Also los geht’s! Schnappt euch eine heiße Tasse Kakao, eure Lieblings-Decke und dann ab auf’s Sofa. Und wenn ihr jetzt maßlos enttäuscht seid, weil ihr schon alle Serien gesehen habt, dann solltet ihr vielleicht doch mal an die frische Luft. Mich eingeschlossen.