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Zwölf.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Das zumindest behauptet eine Bank in ihrer Fernsehwerbung. Was mich persönlich antreibt, könnt ihr ja vielleicht schon erahnen. Es ist das Schreiben. Ich liebe es und könnte mich stundenlang damit beschäftigen. Und genau das habe ich die letzten Wochen auch getan. Ich habe insgesamt zwölf Kurzgeschichten geschrieben, die ich im neuen Jahr monatlich posten werde. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Protagonisten, die sich in manchmal auf einem Scheideweg und manchmal auf einer Zielgeraden befinden. Denn einige haben Glück und sind zufrieden, andere wiederum holt das Leben in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit ein. Richtet euch schonmal eure gemütliche Leseecke ein, denn im Januar erscheint der erste Beitrag meiner Geschichtensammlung.

Gute Vorsätze für’s neue Jahr: 3 Gründe, warum wir sie gleich über Bord werfen sollten

Das neue Jahr kommt. Und es kommt meistens plötzlich. Damit auch eine Liste mit Vorsätzen, die wir in den kommenden zwölf Monaten umsetzen wollen. Bei manchen ist die Liste lang, bei wiederum anderen enthält sie nur einen Punkt. Endlich mit dem Rauchen aufzuhören landet sicher auch dieses Mal unter den Top 10 der guten Vorsätze. Warum wir aber ohne Vorsätze langfristig glücklicher werden, lest ihr hier.

EINS – Wir halten sie eh nicht ein

Na? Hast du 2018 endlich mit dem Rauchen aufgehört, dich im Fitness-Studio angemeldet oder früher angefangen für die Prüfungen zu lernen? Wer solche Fragen mit einem klaren Nein beantworten kann, weiß in seinem Inneren, dass sich auch Vorsätze für 2019 irgendwann in Schall und Rauch auflösen werden. Dann ist es plötzlich Juni und man hat ein schlechtes Gewissen. Außerdem fühlt man sich unter Druck gesetzt. Das hilft einem dann meistens auch nicht entscheidend weiter und man beschließt, es mit den Vorsätzen für den Rest des Jahres wohl lieber sein zu lassen.

ZWEI – Vorsätze sind meist nur wage formuliert

„Ich möchte mich gesünder ernähren“ oder „Ich möchte häufiger meine Eltern besuchen“ sind Formulierungen, die eigentlich alles sagen aber gleichzeitig auch nichts. Begriffe wie wenigerhäufiger oder gesünder sind meistens reine Auslegungssache. Nimmt man sich also vor für Klausuren häufiger zu lernen, und tut dies vielleicht einmal öfter als im Jahr davor, hat man vielleicht seinen Vorsatz eingehalten, aber wirklich geändert hat man sich nicht. Und dann hat man ebenfalls wieder ein schlechtes Gewissen.

DREI – Wir sind nicht perfekt

Man kann leider kein perfekter Mensch werden. Aber ein glücklicher Mensch werden liegt sehr wohl im Bereich des Machbaren. Selbst wenn wir es schaffen, frei von Lastern zu sein und uns in unserem Körper immer wohl fühlen, sind wir nicht automatisch glücklich. Das heißt, dass wir uns nicht permanent verbessern müssen und uns dabei einem strengen Plan unterziehen sollten. Wir dürfen auch mal auf der Couch bleiben oder ein Bier trinken, wenn uns gerade danach ist, ohne dieses lästige schlechte Gewissen haben zu müssen. Am Ende des Jahres zählt nämlich nicht, wie gut du deine Vorsätze umgesetzt hast, sondern ob 2019 ein schönes Jahr für dich gewesen ist.

Und jetzt?

Diese Aufzählung ist keine Aufforderung, nicht mehr an sich zu arbeiten. Wenn es etwas gibt, das dich an dir stört oder ernsthaft gesundheitsschädlich ist, dann ändere es! Aber nehme nicht das neue Jahr als Vorwand, sondern arbeite das ganze Jahr über an deinen Zielen. Am besten setzt du sie step-by-step um. Wie wäre es, wenn du deinen Zigarettenkonsum monatlich verringerst, anstatt sofort radikal damit aufzuhören? Oder wenn du an einem Tag in der Woche naschen darfst, ohne ganz darauf zu verzichten? Und selbst wenn das mit dem Naschen schon nach ein paar Wochen wieder vergessen ist: sei’s drum. Am Ende landen wir immer wieder in unserer Komfortzone, denn so sind wir Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon jetzt (ein wenig verfrüht) einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich hoffe, dass 2019 das Jahr eures Lebens wird. Ganz ohne schlechtem Gewissen.

Star Wars und ich: Eine Liebe auf den zweiten Blick

Es war wirklich keine Liebe auf den ersten Blick. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als mir meine Freunde auf irgendeinem Parkplatz vorgeschlagen haben, gemeinsam Star Wars anzuschauen.

Star Wars? Auf keinen Fall! Für mich war klar, dass ich so einen überdimensionalen Schmarrn niemals anschauen würde. „Das ist wie Harry Potter“ – so haben meine Freunde dann versucht mich zu überzeugen und schnurstracks ein paar Termine ausgemacht, um alle Episoden anzugucken.

Wie Harry Potter? Seid ihr eigentlich bescheuert?! Es kann gar nichts geben, das mit Harry Potter vergleichbar ist! Aber gut, ich hab dann beschlossen mich selbst davon zu überzeugen.

Und dann kam der Abend, an dem wir mit haufenweise ungesundem Zeug vorm Fernseher saßen. Dann ging’s los. Episode I. Alles klar. Komische Dinger die mit Laserwaffen kämpfen. Ok? Abwarten. Mit der Zeit habe ich dann aber festgestellt, dass ich diese komischen Dinger eigentlich ganz cool finde. Also habe ich weitergeschaut. Und dann, ein paar Stündchen später, waren wir fertig mit Episode III.

UND ICH WAR DER GRÖßTE FAN DER WELT!

Ich muss zugeben, das kratzt ganz schön an meinem Ego. Mir einzugestehen, dass ich falsch lag. Dass Star Wars cool ist. Dass ich mich verliebt habe.

Unsere Liebe auf den zweiten Blick ging dann mit den drei Klassikern direkt weiter. Und ich wurde Zeuge von wohl weltberühmten Szenen und konnte lauthals „Luke ich bin dein Vater“ grölen. Ein gutes Gefühl.

Jetzt, seit Episode VII und VIII, weiß ich sicher, dass ich Star Wars heiraten will. Die Szene wo Kylo Ren und Rey im Wald kämpfen ist einfach nur episch. Oh und wir dürfen Rogue One nicht vergessen! Der war auch nicht schlecht.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das die originalen Star Wars Omis und Opis beurteilen, die aus ihrer Jugend noch ersten drei Teile kennen. Keine Ahnung ob die den neumodischen Kram gut finden. Ich jedenfalls schon.

Wenn in euch ein kleiner oder großer Fan steckt, dann lasst es mich wissen und schreibt es in die Kommentare. Seit ihr auch schon so gespannt wie ich? Im Dezember soll die neunte und letzte Episode der Filmreihe in den Kinos anlaufen.

P.S. Ja, es ist wie Harry Potter.

Ich bin doch kein Roboter

Wie wird aus mir trotzdem eine schlaue Mathematikerin?

„Mathe ist einfach. Das kann jeder schaffen.“ Das versichert Mathematikprofessor Herold Dehling in einem Interview gegenüber der ZEIT. Ich frage mich, ob das stimmt. Wird Mathe tatsächlich immer schwerer bewertet als es eigentlich ist? Kann das wirklich jeder schaffen? Mir persönlich hat die Mathematik den Schulalltag schwer gemacht. Vielen anderen vermutlich auch.

Aber was ist Mathe überhaupt? „Na Rechnen!“ Wird der Durchschnittsbürger antworten. „Die Lehre der Mengen!“, würde mein Matheprof sagen. „Das Erkennen von Mustern.“, sagt mein Freund. Und damit hat er eigentlich recht.

Nur da beginnt das Problem. Denn wie würde der perfekte Mathematiker aussehen? Naja, wie ein Computer vermutlich. Oder ein Roboter. Denn der erkennt Muster ohne Probleme. Eigentlich ist das quasi seine einzige Aufgabe. Nullen und Einsen, und so weiter.

Doch wie hilft mir das weiter? Denn in der Mathe-Klausur  bin ich trotzdem auf mich gestellt und muss auf meine eigenen Fähigkeiten vertrauen. Doch da fällt mir ein, was ich eigentlich mit dem Computer gemeinsam habe. Auch das menschliche Gehirn mag Muster. Zumindest die Muster, die es schon einmal gesehen hat. Zahlreiche Studien belegen, dass das menschliche Gehirn bei der Wahrnehmung auf Erinnerungen zurückgreift und sie mit neuen Informationen vergleicht. Stellen wir eine Übereinstimmung fest, erkennen wir die neue Information und ordnen sie ein.

Das heißt im Klartext: man muss Mathe einfach üben. Muster immer wieder sehen und durchspielen, um sie leichter zu erkennen. Vermutlich hat er also recht, der Herr Dehling. Mathe kann jeder schaffen. Nur man muss eben bereit sein, einen gewissen Aufwand zu betreiben. Dass mich das nicht freut, ist ja auch klar. Irgendwie hatte ich auf einen kleinen Zaubertrick gehofft, um aus mir ein Mathe-Genie zu machen. Aber was soll’s. Dann werd ich mal loslegen und üben. Meine nächste Mathe-Klausur ist schließlich schon am Dienstag.

Hurra wir sind Eltern!

Plötzlich Mama, plötzlich Papa.

Wir haben uns entschieden. Wir wollen unsere traute Zweisamkeit beenden und unsere Familie vergrößern. Ja ich weiß, wir sind noch im Studium, aber die Dinge sind eben wie sie sind. Gründlich überlegt haben wir uns die ganze Sache natürlich. Nur dass es am Ende dann doch zwei werden, das war schon eine kleine Überraschung. 

Mia und Fee heißen die beiden Kitten, die wir uns dann doch recht spontan nach Hause geholt haben. So. Plötzlich zu viert. Damit mussten wir uns erstmal zurecht finden. An dieser Stelle möchte ich einen Freund zitieren, der gesagt hat, dass wir uns jetzt dem Katzentest unterziehen. Katzentest? So genau weiß ich auch nicht was das ist, aber sich eine Katze zuzulegen soll wohl für junge Pärchen eine Art Test sein, ob sie denn als Eltern geeignet wären. Also für echte Kinder, meine ich.

So ein Quatsch, habe ich mir am Anfang noch gedacht, Tiere sind kein Vergleich zu einem Kind. Aber wie es halt so ist im Leben, täuscht man sich manchmal. Das haben wir spätestens dann gemerkt, als eine unserer „Mäuschen“ (wie ich sie liebevoll nenne) Durchfall bekommen hat. Also Fee eingepackt, ab zum Arzt. Der hat dann gleich mal Schonkost angeordnet, was für uns bedeutet hat: Kochen. Für die Katze. Jeden Tag. Hähnchen und Reis. Also gut, wir so locker wie wir sind uns jeden Tag früh um Sieben in die Küche gestellt und für die Fee gekocht. Hat geklappt – Durchfall weg. „Alles ausgestanden“ sagt sich so schön, aber verschreit sich auch leicht. Eine Woche später: Mia hat Durchfall…

Aber es gibt natürlich noch viel mehr aufzuzählen: Katzenklo sauber machen (Windeln wechseln stinkt bestimmt genauso), kuscheln und pflegen, spielen und beschäftigen. Und den kleinen Zähnchen beim Wachsen zusehen. Also kurzum: Ja, wir sind tatsächlich Eltern geworden. Hurra. Bitte erstmal kein Kind.

Spaghetti und Salat: Schaurige Studentenküche

Eingeweicht ist halb gespült. Das gilt übrigens auch für’s Spaghetti-Sieb.

Kochen. Für viele die absolute Entspannung. Karotten schälen, Schnitzel klopfen oder Teig kneten wirkt für manche Menschen meditativ. Yoga für Hungrige, sozusagen. Für andere wiederum, ist kochen ein wahrer Spaß. Aufregend, abwechslungsreich und super spannend. Echte Koch-Junkies bekommen eine Gänsehaut, wenn das Fleisch in der Pfanne brät und sind unendlich stolz, wenn es am Ende innen leicht rosa und außen schön kross ist.

Dann gibt es da mich. Ich kann: nichts. Ok, Nudeln kochen bekomme ich noch geradeso hin. Warum mich der liebe Gott nicht mit dem nötigen Talent ausgestattet hat, weiß ich auch nicht so genau. Genau genommen hat er mich mit einem derart krassen Untalent bestraft, dass man das fast gar nicht erzählen darf.

Ich erinnere mich an die letzte Mahlzeit, die von mir gekocht wurde. Es gab Spaghetti Bolognese, oder zumindest so etwas Ähnliches. Bis auf die Tatsache, dass ich die halbe Küche abgefackelt habe und am Ende die komplett verbrannten Topflappen wegwerfen musste (was kostet die Welt?), hat die Sauce nach absolut NICHTS geschmeckt. Gut, dass ich Besuch da hatte. Peinlich berührt, habe ich dann versucht die Situation irgendwie zu retten, und hab dafür umso mehr Essig in den Salat geschüttet. Ein Geschmacksausgleich, quasi. Wie das Endergebnis dann geschmeckt hat, könnt ihr euch ja denken.

Immerhin habe ich genug Alternativen, was mein täglich Brot betrifft. Die Uni Kantine, zum Beispiel. Ich steh sowieso total auf lapprige Schnitzel und faden Kartoffelsalat. Perfekt also. Und dann gibt es da noch meinen Freund. Der kann gut kochen, also wirklich jetzt. Ganz ohne Quatsch, seine Lasagne ist ein Traum. Ich hoffe ich kann ihn für immer behalten, denn in den nächsten fünfzig Jahren werde ich sicher kein Kochbuch in die Hand nehmen!

Ein Häppchen zum Feierabend

Nothing but Netflix and Chill.

Das Brot ist geschmiert, das Bierchen kalt. Entspannt setzen wir uns auf das Sofa. Das ist der Moment, auf den wir den ganzen Tag gewartet haben. Fernseher an…

Es laufen die Nachrichten: Tagesschau mit Susanne Daubner. Während wir die letzten acht oder neun Stunden im Büro verbracht haben, ist wieder viel passiert auf der Welt. Unfälle, Erdbeben, Terror. Das will ich alles gar nicht sehen, schon gleich gar nicht wenn ich meinen Feierabend gemütlich verbringen will.

Also schalten wir um. Netflix. Natürlich schauen wir unsere Serie weiter. Es geht darin um ein Drogenkartell, das übermächtig ist und seine Finger überall im Spiel hat. Wenn es sein muss, wird auch mal jemand zur Strecke gebracht. Viel besser. Ist ja alles nicht echt. Wir lehnen uns zurück, genießen unser Gelbwurstbrot und sind froh, dass wir von den schlimmen Dingen dieser Welt nichts mitbekommen.

Waldsterben – warum wir nicht schätzen was doch so wichtig für uns ist

Wir sollten uns die Zeit nehmen und öfter in den Wald gehen.

Jeder kennt das Gefühl: gut riechende Luft, knacksende Äste, singende Vögel und friedliche Stimmung. Wir alle lieben den Wald. Er entspannt uns, lässt uns runter kommen und puscht uns auf. Ein Spaziergang durch den Wald stärkt unser Immunsystem und lässt uns mal den Kopf frei bekommen. Weg vom Alltag und weg vom Stress. Zudem weiß jedes Kind, dass Bäume den Sauerstoff produzieren, den wir zum Leben brauchen und dass Wälder (vor allem in urbanen Gegenden) die einzigen natürlichen Okösysteme darstellen, die der Erde noch geblieben sind.

Man kann sich jetzt also die Frage stellen, warum wir so rücksichtslos die Lungen unseres Planeten abholzen und gigantisch große Regenwälder zunichte machen, doch die Antwort ist allen klar. Wir brauchen Rohstoffe. Und damit ist nicht nur das Holz gemeint, das wir für unsere neue schicke Wohnzimmereinrichtung brauchen. Damit sind auch Nahrungsmittel gemeint, deren Anbau mit den steigenden Bevölkerungszahlen immer mehr Platz benötigt. Aber das Problem geht noch viel weiter. Unser Problem ist nicht nur, dass wir die Wälder abholzen. Unser Problem ist, dass wir sie kaum noch betreten.

Wir haben aufgehört, den Wald zu schätzen

Was für unsere Vorfahren Heimat und Lebensraum war, ist für uns nicht mehr von Bedeutung. Schon das Gassi gehen mit dem Hund kostet uns Überwindung und ist vom nationalen Volkssport zum notwendingen Übel geworden. Unseren Sport erledigen wir heutzutage im Fitness-Studio und zahlen dafür auch noch Geld, obwohl der Wald eigentlich vor der Nase ist (ausgenommen von Stadtbewohnern). Im Sommer gehen wir lieber in den Freizeitpark und fahren Wildwasserbahn, anstatt im Wald zu wandern oder dort ein Buch zu lesen. Warum also bleibt der Wald die meiste Zeit leer? Was sind die Gründe für unsere ganz gezielte Waldvermeidung? Unser Alltag, vermutlich. Wir haben keine Zeit mehr für den Wald – er passt nicht in unser hektisches Leben. Wir gehen zur Arbeit, machen Termine aus, treffen Bekannte, gehen zum Sportverein und Abends legen wir uns ins Bett, ohne wirklich ein paar Minuten Zeit für uns gehabt zu haben. Die Deutschen sind busy. Und so war es bei mir auch – bis vor Kurzem jedenfalls. Denn nach dem Ende eines sich lange hinziehenden Lernmarathons, hatte ich plötzlich Zeit. Zeit für mich – und den Wald. Ist der Wald also ein Privileg geworden? Ich hoffe nicht. Denn wir brauchen die Wälder. Für unsere Gesundheit und für unsere Zufriedenheit. Wie wär’s also mit einem kleinen Waldspaziergang? Ich glaube, die zwanzig Minuten darf man sich doch gönnen.

NEW YORK, NEW YORK

Schon Frank Sinatra besingt in seinem weltberühmten Song die Weltmetropole New York City und Rapper wie Jay Z tun es ihm nach. Im Wesentlichen geht es immer um Eines: Das erreichen, was sonst nirgendwo möglich ist. Glücklich werden in einer Stadt die niemals schläft und in der jeder das große Geld machen kann. New York ist die Stadt, die nicht nur gerne besungen wird, sondern auch viele Schauplätze für Filme und Serien bietet. Von Spiderman über Sex and the City, bis hin zu den Ghostbusters oder How I met your mother. Alle sind sie in New York daheim. Ich wollte der Sache vom „großen Traum“ mal auf den Grund gehen und habe die Stadt letzten Sommer für einige Tage besucht.

Los ging es Ende August mit dem Flugzeug – und das obwohl ich ewig nicht geflogen bin und deshalb sehr nervös war. Gefühlte 13282367 Stunden später (in Wahrheit waren es vielleicht 9), kamen wir am JFK Airport an. Mit der U-Bahn ging es dann weiter Richtung Harlem, denn dort lag unser B&B. Ja Harlem. Jetzt wundert ihr euch vielleicht. Ich gebe zu, die Gegend hat nicht den besten Ruf, aber trotzdem haben wir uns sehr wohl gefühlt. Unser Gastgeber war super freundlich und sehr darum bemüht, uns über Ausflugsziele und sonstiges Insider-Wissen zu beraten. Nachdem wir total erschöpft unsere erste Nacht im Apartment verbracht hatten, stand für uns am nächsten Tag zunächst nur eine Sache auf der Liste: der Times Square. Logisch. Die vielen Displays, Werbeanzeigen, Stores und vor allem Menschen sind genau das, was man sich unter New York City eben so vorstellt. Glitzer, Glamor und Fame – das haben wir erwartet. Die Realität aber, sah zu unserer Verwunderung nicht ganz so aus wie vorgestellt. Wo fange ich an diesem Punkt also an zu erzählen? Bei der Stadt an sich vielleicht. New York, liebe Leser, ist das reinste Drecksloch. Es stinkt wirklich an jeder Ecke, da der Müll einfach vor sich hingammelt und das niemanden wirklich kümmert. Die Tatsache, dass sich die Hitze im Sommer zwischen den Hochhäusern staut, macht das nicht gerade besser. Im Gegenteil. Man verlässt das Haus und fühlt sich wie in der Sauna. Auf diesen Umstand reagieren die New Yorker natürlich, was zur Folge hat, dass einen innen (egal ob Laden, Restaurant oder Museum) eine Vollklimatisierung erwartet, die mich teilweise hat glauben lassen ich wäre am Nordpol angekommen. Doch die Stadt stinkt nicht nur – sie ist auch genauso schmutzig wie sie riecht. Und genauso wie sie schmutzig ist, ist sie überfüllt. Eine Masse an Menschen wie ich sie noch nie gesehen habe (obwohl das ja eigentlich von vornherein klar war).

So. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich, dass ich New York nicht leiden kann und der Urlaub der größte Reinfall war. Doch das stimmt nicht. Was ich sagen kann, ist, dass mich diese Stadt gefangen hat. Für immer wahrscheinlich. New York ist die Stadt, der ich mein Herz längst geschenkt habe. Zu der ich immer wieder zurück kehren werde, jedenfalls solange das Geld reicht. Und warum? Nicht wegen dem Times Square oder den ganzen coolen Shopping Läden. Nein. Sondern wegen den Menschen, der Mentalität. In New York kannst du sein wer du bist und dennoch wirst du immer dazugehören. Egal ob jung oder alt, Hipster oder Spießer, Skater oder Bürohengst, Straßenkünstler oder Hot Dog Verkäufer. Hier ist jeder offen, cool drauf und absolut willkommen. „Du bist anders?“ – Nicht hier! Die New Yorker lieben ihre Vielfalt und wissen sie ganz genau zu schätzen. Dieses Lebensgefühl trifft einen an jeder Ecke und in jeder Situation wieder. Beim Einkaufen, beim Spazieren oder sonstwo – ich habe noch nie so viele verschiedene und vor allem freundliche Menschen auf einmal gesehen. Klar, wird den Amis oft nachgesagt, ihre Freundlichkeit sei rein oberflächlich. Aber dieses Gefühl hatte ich damals nicht. Was ich an der Stadt aber auch liebe, sind ihre vielen verschiedenen und absolut coolen Plätze. Denn neben den bekannten Sehenswürdigkeiten im Zentrum Manhattans oder an der Wall Street bzw. Ground Zero, hat die Stadt noch viel mehr zu bieten. Shoppen gehen in Soho, Pizza essen in Little Italy oder lesen im Washington Square Park. Es gibt wirklich unglaublich viel zu entdecken und zu unternehmen. Doch was mich an der Stadt wohl am meisten begeistert hat, ist ihre Dimension. NYC ist riesig. Und damit meine ich nicht München-oder-Berlin-riesig. Damit meine ich riesig-riesig. Alles erscheint absolut überdimensional. Alleine mit der Subway den Central Park entlang zu fahren (ohne zu halten) dauert ca. 20 Minuten. (Für alle die vorhaben NYC auch irgendwann zu bereisen, schaut euch die Stadt mal von oben an! Tickets für das Empire State Building sind zwar nicht so billig, aber es lohnt sich auf alle Fälle.) Während unseres Aufenthalts sind wir die meiste Zeit zu Fuß unterwegs gewesen und ich kann euch sagen, dass wir uns echt die Sohlen platt gelaufen sind. Alleine durch das Zentrum der Stadt zu laufen dauert ewig. (Die unendlich vielen Kalorien, die wir uns durch das ganze Fast Food Zeugs reingeschaufelt haben, haben wir locker wieder abgelaufen. Ja, wir haben wirklich nur Fast Food gegessen. Es schmeckt auch einfach sehr viel besser als daheim in Deutschland.) Und jetzt muss man noch überlegen, dass ich hier im weitesten Sinne allein von Manhattan geschrieben habe. Doch zu der Stadt gehören noch weitere vier Stadtteile, die ich mir leider nicht angesehen habe. Ich war zwar auf der Brooklyn – Bridge und bin mal kurz mit der Fähre nach Staten Island gefahren, aber dabei ist es leider geblieben. Schade eigentlich. Ich glaube Williamsborgh in Brooklyn soll ein ziemlich cooles Viertel sein (Two Broke Girls spielt dort). Aber wie gesagt, dies soll nicht mein letzter New York Aufenthalt gewesen sein – ich hoffe noch das ein oder andere Mal rüber fliegen zu können.

Ich denke, Frank hatte mit seiner Aussage, dass man es dort zu etwas bringen kann durchaus recht. Vielleicht kann man heute zwar nicht mehr so einfach vom Tellerwäscher zum Millionär werden – aber ich glaube man kann eine Person werden, die aufhört sich selbst Grenzen zu setzen. Denn in New York gibt es keine Grenzen. Es gibt eigentlich all das, was es woanders vermutlich nicht gibt.

Keine Zeit

Zeit ist das was uns leitet,
Uns durchs Leben stets begleitet.
Was uns führt und was uns schafft,
Was uns zu einem Menschen macht.
Was uns kostet und an uns nagt,
Was niemals jemand hinterfragt.
Was uns schickt und oft auch knickt,
Wenn die Uhr erneut schneller tickt.
Ist es an der Zeit, die Zeit zu vergessen?