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Du starkes Stück!

Wir haben über Feminismus geredet. Über Ungerechtigkeit und Missverständnisse. Heute lasse ich die schlechten Vibes mal beiseite und konzentriere mich auf das, was ich wirklich stark finde: Frauen. Berühmte Frauen im Fernsehen, die diesem Hass entgegentreten und normale Frauen im Alltag, die mich schwer beeindrucken. Lasst uns also einen Moment Zeit nehmen, und alle Frauen feiern, die jeden Tag aufs neue ihren Mann stehen.

Palina Rojinski 

Die russisch-deutsche Moderatorin hat es nicht leicht: Oft wird sie – vor allem im Internet – von Fremden angeschmachtet und einzig und allein auf ihr Aussehen reduziert. Auf ihre Brüste, um genau zu sein. Palina hat sich das nicht gefallen lassen und deshalb widerlichen Internet-Trollen einen Streich gespielt: Auf Instagram veröffentlichte die 34-Jährige das Foto eines Männer-Hinterns, der so gut in Szene gesetzt war, dass User ihn für Palinas Oberweite hielten. Den Fake klärte Palina kurze Zeit später auf, mit der Aussage, sie wolle nicht mehr länger nur auf Ihre Oberweite reduziert werden und bekämpfe deshalb „das Perverse mit dem Perversen“. Capeau, Palina!

Meghan, Duchess of Sussex

Auch Meghan hat es nicht leicht. Zwar hat sich die ehemalige Schauspielerin einen der begehrtesten Männer der Welt geangelt und lebt in einem Traumschloss, aber dieses neue Leben wird ihr nicht so recht gegönnt. Meghan sei hinterlistig, Meghan wolle nur im Mittelpunkt stehen, Meghan verderbe Harry. Immer wieder wird sie darüber hinaus mit Kate verglichen: Sei sie doch nicht so anmutig und damenhaft wie ihre Schwägerin. Aber sind wir doch mal ehrlich: Als geschiedene Frau und Tochter einer Afroamerikanerin waren diese Anschuldigungen eigentlich schon vorprogrammiert. Ich finde es stark, dass Meghan weiterhin mit einem wahnsinnigen Selbstbewusstsein zu sich und zu ihrer Liebe mit Harry steht. Eine Prinzessin, die nicht gerettet werden muss.

Bibi

Bianca Heinicke, bekannt als Bibi von „BibisBeautyPalace“, wurde durch ihren Youtube-Kanal quasi über Nacht berühmt. Zunächst veröffentlichte sie Videos zu den Themen Kosmetik, Lifestyle und Mode, später kamen Comedy-Einheiten dazu. Jetzt konzentriert sich Bibi aber auf ihr Familienleben und arbeitet hauptsächlich als Influencerin auf Instagram. Und auch hier – wie sollte es auch anders sein – beginnt der Hate vieler User im Internet. Bibi sei naiv, dumm und vor allem zu jung um schon Mutter zu sein. Woher diese Hasstiraden immer rühren – ich kann es mir nur vage denken. Vielleicht ist es Neid, vielleicht aber auch einfach Frustration. Bianca hat sich mit ihren 26 Jahren wirklich einen Namen gemacht und ist mit dem was sie tut super erfolgreich. Eine junge Unternehmerin, die Baby und Business unter einen Hut bekommt. Meine Bewunderung hat sie!

Greta Thunberg

Greta habe ich bereits einen ganzen Artikel gewidmet, deswegen soll dieser Absatz aber nicht kürzer ausfallen als die anderen. Greta, die erst 16 Jahre alt ist aber bereits eine ganze politische Bewegung ins Leben gerufen hat, ist für mich eine Inspiration. Wir können von ihr wahnsinnig viel lernen. Sie ist geduldig, klug und engagiert. Das sollen die Erwachsenen ihr erst einmal nachmachen. Greta Thunberg ist mittlerweile sogar für den Friedensnobelpreis nominiert. Ich finde es steht außer Frage, dass sie diese Auszeichnung auch verdient hat. Ich bin gespannt, wohin die Reise gehen wird. Aber weit mit Sicherheit: Denn wer tausende junge Menschen mobilisieren kann, der kann noch viel mehr. Fazit: Make The World Greta Again!

Demi Lovato

In der Reihe der inspirierenden Frauen darf eine nicht fehlen: Demi Lovato. Die Amerikanerin trifft zwar nicht ganz meinen Musikgeschmack, aber sie schafft es trotzdem auf die Hit-List der starken Frauen. Die junge Sängerin und Schauspielerin steht offen zu ihrer Mobbing-Vergangenheit und ihren psychischen Problemen. Sie ermutigt andere Prominente, ebenso über ihre schicksalhaften Erlebnisse zu sprechen. Gerade die Hollywood-Welt scheint nach außen unverwundbar und perfekt zu sein. Ich denke, dass es daher besonders schwer ist, in so einer Welt offen seine Schwächen zu zeigen und trotzdem jeden Tag im Rampenlicht zu stehen. Keep on rockin‘, Demi!

Du

Du machst die Wäsche, du gehst einkaufen, du putzt die Wohnung. Du gehst arbeiten, du verdienst Geld, du machst Geschäfte. Du gehst ins Fitnessstudio oder Laufen. Du hilfst alten Menschen und kümmerst dich um die Kinder. Du behauptest dich täglich aufs neue gegenüber der Welt. Du schlichtest Streit, du sorgst für Harmonie. Du planst alles durch von A bis Z oder lässt dich gerne auch mal treiben. Deinen Kalender hast du immer mit dabei, damit du auch nichts vergisst. Du hinterfragst Dinge, du siehst den wahren Charakter der Menschen. Du kaufst dir oft neue Schuhe oder neue Klamotten, aber hast deine Finanzen top im Griff. Du hast morgens Probleme aufzustehen, oder abends Probleme einzuschlafen. Du lächelst, wenn man dich dazu auffordert, aber du liebst es, böse zu gucken. Leute denken du wärst krank, wenn du mal ungeschminkt aus dem Haus gehst. Du bist aber trotzdem immer super gestylt, weil es dir Spaß macht und du dich gerne ausprobierst. Du bist eine Frau. Du bist ein echt starkes Stück!

#girlssupportgirls

Wir müssen reden!

Wir müssen über Feminismus reden! Dringend. Denn wir haben unendlich viele Gründe dazu. Und genau diejenigen, die spätestens in dieser Sekunde mit den Augen rollen oder keine Lust mehr haben weiterzulesen, sollten jetzt ganz aufmerksam sein. Und wer nicht genau weiß, was denn so alles unter dem Begriff Feminismus verstanden wird, hier eine Definition:

Feminismus ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf der kritischen Analyse von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen. (Quelle: Wikipedia)

Warum das alles?

Wir leben doch in einer modernen Gesellschaft, in der es den Frauen an nichts fehlt? Frauen werden hier gut behandelt und dürfen studieren gehen und wählen dürfen sie sowieso. Feministen wollen stattdessen durchsetzen, dass Frauen überrepräsentiert werden und das ist ungerecht den Männern gegenüber. Außerdem ist der Feminismus eine „männerhassende Bewegung“. Genau so argumentieren Menschen im Internet, die sich klar gegen feministische Ströme aussprechen. Vielleicht mag auf den ersten Blick wahr sein was sie sagen. Aber schauen wir doch einmal genauer hin, ob solche Argumentationen auch auf den zweiten Blick Bestand haben.

Frauen werden gut behandelt

Richtet man den Blick auf andere Kulturen, jenseits der westlichen und modernen Welt, findet man schnell Grausamkeit, wenn man sich mit der Behandlung junger Frauen und Mädchen auseinandersetzt. Ehen im Kindesalter, Beschneidungen und brutale Gruppenvergewaltigungen… Die Liste ist lang. Dennoch dürfen wir nicht anfangen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Dadurch, dass wir in einer zivilisierten Gesellschaft leben, sind solche Dinge natürlich undenkbar und kommen in unserer Kultur glücklicherweise (so gut wie) nicht vor.

Dennoch werden Frauen täglich in unserer Gesellschaft als Sexobjekt dargestellt und schlechter behandelt als Männer. Frag doch mal deine Freundinnen, ob ihnen schon mal jemand ungefragt an den Hintern gefasst hat? Vielleicht lachst du darüber, aber die Sache ist ernster als du denkst. Ich möchte nicht ständig von fremden Männern angefasst werden. Dennoch passiert das andauernd. Und schau dich doch mal um, wenn du das nächste Mal zum Amt o.Ä. gehst. Hast du da schon jemals einen Flyer gesehen, für Männer die Opfer von häuslicher Gewalt wurden? Ein Männerhaus? Ich persönlich noch nicht. Aber schau doch mal einen Tatort oder einen anderen beliebigen Krimi im TV an und sag mir, wie oft dort eine Frau gespielt wird, die Opfer ihres handgreiflichen Ehemanns wurde? Oft. Und oft werden solche asymmetrischen Beziehungen zwischen Mann und Frau im Fernsehen auch noch romantisiert. Das beginnt teilweise schon bei Kinderfilmen, wie beispielsweise die Schöne und das Biest.

Hier möchte ich gleich sagen, dass Feminismus bedeutet, dass es genauso ein Gesprächsthema sein muss, wenn Männer von ihren Frauen geschlagen werden. Auch Frauen können aggressiv und handgreiflich sein. Das ist keine Verhaltensweise, die nur Männer an den Tag legen! Dennoch passiert häufiger der umgekehrte Fall. Ich bin zwar kein Psychologe, der die Neigung zu aggressivem Verhalten vorhersagen kann, aber ich glaube nicht, dass Männer grundsätzlich gewaltbereiter oder böser sind als Frauen. Frauen sind nur häufiger unterwürfiger und lassen sich das gefallen, meiner Meinung nach. Weil sie leider oft sowohl psychisch als auch finanziell von ihren Männern abhängig sind und sich nicht trauen, eigene Stärke zu zeigen.

Frauen dürfen Karriere machen und wählen gehen

Ja. Das dürfen sie durchaus. Laut Grundgesetz (Art. 3 Abs. II) darf kein Mensch aufgrund seines Geschlechts besser oder schlechter gestellt werden als ein anderer Mensch. Das heißt im Klartext, dass eine Frau beim Bewerbungsprozess die gleiche Chance bekommen muss, wie ein männlicher Kandidat. Und dass Frauen das gleiche Gehalt bekommen müssten, wie ihre männlichen Arbeitskollegen. Dass dies aber nicht der Fall ist, ist ein offenes Geheimnis. 

Ein weiteres offenes Geheimnis ist, dass Frauen seltener in Führungspositionen arbeiten als ihre männlichen Kollegen. Ihr glaubt das nicht? Dann schaut doch mal in euer berufliches Umfeld und denkt über das Verhältnis von Frauen und Männern nach, die eine wichtige Rolle bei Entscheidungsfindungen einnehmen. Ihr glaubt es immer noch nicht? Dann schaut doch mal auf RTL „Undercover Boss“ an und sagt mir, wie oft da eine Frau als Chef teilnimmt? Ich denke ich schätze nicht schlecht, wenn ich behaupte, dass die Quote in diesem Fall gegen null geht.

Frauen sollen durch z.B. die Frauenquote überrepräsentiert werden

Die Angst, Frauen würden nur eingestellt werden, um die Quote zu erfüllen und Männern würde man dann die Chance auf den Job verwehren, setze ich gerne auf die Liste der Ammenmärchen. Denn nur weil Frauen stärker werden, heißt das nicht automatisch, dass Männer schwächer werden. Frauen müssen aber generell mehr gefördert werden als Männer. Aber nicht in dem was sie tun oder nicht tun, sondern sie müssen darin gefördert werden, mehr an sich selbst zu glauben. Jede Frau wird sich an einem gewissen Punkt in ihrem Leben überlegen, ob sie sich lieber für Kind oder Karriere entscheiden will. Aber warum denn eigentlich, in Gottesnamen? Männer müssen sich doch auch nicht entscheiden! Dennoch sind Männer auch Eltern und damit genauso in der Pflicht, die Kinderbetreuung aktiv mitzugestalten und zu organisieren.

Darüber hinaus bekommen wir, und das gilt für Jungen genauso wie für Mädchen, in der Kindheit genau vorgeschrieben, wie wir uns entsprechend unseres Geschlechts zu verhalten haben. Mädchen tragen rosa Kleidchen, gehen zum Tanzen und sehen hübsch aus. Jungen hingegen sind die Entdecker, die schlauen Kerlchen und die Fußballspieler. Deswegen entwickeln wir im Laufe unserer Sozialisation feste Rollenbilder. Und die sind so fest, dass sie zu brechen schon fast lächerlich erscheint. Aber warum eigentlich? Wer hat das festgelegt? Ein Mädchen kann genauso gut Autos mögen und Physik studieren. Genauso wie ein Junge tanzen darf oder später Erzieher wird oder Design studiert. Denn dass Jungen und Mädchen gleich schlau sind, weiß doch hoffentlich jeder. Dennoch kenne ich unendlich viele Namen männlicher Wissenschaftler (sowohl aktuelle als auch historische), kaum aber den Namen einer Wissenschaftlerin. Und um nochmal auf die Kulturen jenseits der westlichen Welt zurückzukommen: wie sollen denn dort Frauen in der Öffentlichkeit ernstgenommen werden, wenn das nicht mal bei uns richtig funktioniert? Wir sollten in dieser Hinsicht ein Vorbild werden.

Feminismus ist eine männerhassende Bewegung

Dieser Abschnitt ist mir besonders wichtig, weil ich klarstellen will, dass unter Gleichheit verstanden wird, dass alle Menschen gleich behandelt werden. Frauen, Männer, diverse Menschen. Alle. Auch du!

Feministinnen und Feministen hassen Männer nicht, im Gegenteil: sie machen sich stark dafür, dass Männer auch sensibel sein dürfen oder Schminke tragen dürfen oder auch nur ein rosa Hemd, ohne ausgelacht und als Tunte oder Schwächling bezeichnet zu werden. Wir wollen, dass die Persönlichkeit eines jeden Menschen im Mittelpunkt steht. Nicht das Geschlecht, das Aussehen und auch nicht die sexuelle Orientierung. Wir wollen, dass alle Menschen lieb zu einander sind. Ergo: Jeder, der für Gleichberechtigung eintritt, ist Feminist oder Feministin. Und, oh Wunder, das kostet uns sogar keinen einzigen Cent. #bittedanke