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Du bist kostbar

Du selbst, genauso wie jeder andere im ganzen Universum, verdienst deine Liebe und Zuneigung
(Buddha)

Vergrabe mich unter deiner unendlichen Weisheit und deinen schönen Zähnen, die du so liebevoll und ordentlich putzt als wären Sie ein kostbarer Lackschuh aus einem vornehmen Laden, der nur an Helden verkauft. Zeig mir verstohlene Orte, die außer dir noch kein Lebender gesehen hat. Zu denen du hingehst, wenn du einsam bist und zu viele Filme darüber gesehen hast, was Liebe ist.

Beerdige mich in deinen alten Sachen und deinen neuen Vorhängen, die so weich sind und gründlich als wäre sie kostbare Seide aus einem fernen Land, in dem nur Reiche leben. Zeig mir kleine Wohnzimmer, in denen außer uns noch kein Mensch gelebt hat. In denen wir wohnen, wenn wir einander brauchen und zu oft darüber nachgedacht haben, was Liebe ist.

Ersticke mich mit deinen schmutzigen T-Shirts und deinen blauen Nachthemden, die du immer so sorgsam zusammenfaltest als wären Sie ein kostbares Kostüm aus einer anderen Welt, die nur Romantiker hereinlässt. Zeig mir fremde Träume, die außer dir noch keiner geträumt hat. Zu denen du hingehst, wenn du an mich denkst und wissen willst, was Liebe ist.

Quarzgraue Innenwände

Die Menschen sind unsicher und verzweifelt, weil sie keine kryptischen Klebezettel haben mit möglichen Ausgängen aus den zahllosen Aufgaben und den ungeplanten Abgabeterminen, die sie sich selbst überlegt haben. Es ist dieselbe anspruchslose und graue Beschäftigung, die sie morgens zu früh aufwachen und abends zu spät einschlafen lässt. Sie haben immer zu viel davon und bilden sich ein, dass man ihnen die Arbeit einreden will, als wäre sie eine olympische Goldmedaille. Dabei haben sie schon fast alles gewonnen, was man gewinnen kann. Außer der echten Zufriedenheit, die sie in anderen suchen, aber niemals in sich selbst.

Sie rennen mit ihren telegrauen Kopfhörern durch die verkehrsgrauen Bahnhofshallen und versuchen den Zug zu erwischen, der sie in ein glücklicheres Leben transportiert. Wo es endlose all-you-can-eat Buffets gibt und keine Uhren. Aber sie steigen niemals ein, sondern essen das $12 Bio-Butterbrot aus irgendeinem Hinterhof-Laden und trinken den doppelten Espresso mit zu viel Süßstoff, den sie aufgrund ihrer Schlaflosigkeit sowieso nicht hätten kaufen sollen. Sie fahren jeden Tag mit der gleichen Bahn in das gleiche graue Gebäude und hoffen, dass sich der Boden auftut und ein Lachen herauskommt.

Aber anstatt sich hinzusetzen und sich daran zu erinnern, wer sie wirklich sind, suchen sie in alten Kisten nach khakigrauem Plakatpapier, weil sie denken, dass sie all ihre Probleme mit einer Mindmap lösen können. Dabei ist die Wahrheit direkt vor ihnen, hinter den ganzen Fenstern, die sie verdunkeln, damit niemals Sonne auf den Bildschirm scheint, weil sie sonst die duzend Stapel Arbeit nicht mehr sehen können. Stattdessen starren sie auf quarzgraue Innenwände, die genauso leer sind wie ihre Herzen.

Er hatte Recht, als er damals behauptete, dass man trotz Erfindungen und Fortschritten, trotz Kultur, Religion und Weltweisheit an der Oberfläche des Lebens geblieben ist. Aber diese Oberfläche sieht nicht aus wie die Salonmöbel aus den Sommerferien. Denn sie haben sich nicht darum bemüht, diese Oberfläche mit einem Stoff zu überziehen. Sondern sie haben sie leer gelassen, damit sie das Grau wiedererkennen. Denn sie kennen dafür unendliche Namen, aber für Grün kennen sie keinen einzigen.

Von schlechten Vorsätzen

Es ist Dienstag. Der erste Dienstag im neuen Jahr, denn gestern war Silvester. Ich habe lange gefeiert und bin erst vor wenigen Stunden mit leichten Kopfschmerzen nach Hause gekommen. Vielleicht hätte ich ein oder zwei Gläser Wein weniger trinken sollen, aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr. Der komplette Tag ist so gut wie verschwendet und ich werde wohl nichts weiter tun als die halbe Discounter-Lasagne von September aufzutauen, um wenigstens  eine Kleinigkeit zu essen.  Dass ich nicht gerade gut in das neue Jahr gekommen bin, ist kein besonders großes Geheimnis. Ich war ohne Begleitung auf der Feier von irgendeinem Bekannten meiner Cousine. Mitten in einer Menge von bedeutungslosen Personen, die bedeutungsloses Zeug geredet haben und spät Nachts bedeutungslosen Sex hatten. Und ich hab mir ein Glas Wein nach dem anderen reingeschüttet, um die Einsamkeit wenigstens ein bisschen zu ertragen. Aber immerhin hatte ich mein Handy dabei und konnte online mitverfolgen, wie andere Leute aus meinem Semester richtigen – also echten – Spaß hatten.

Ein schrilles Klingeln reist mich aus meinen Gedanken. War das schon der Ofen? Ich bin mir nicht sicher, denn ich habe das Geräusch noch nicht so oft gehört. Da das Gedröhne immer penetranter wird und nicht mehr aufhören will, fange ich an mein Schlafzimmer in allen Ecken zu durchsuchen. Was könnte das sein? Als ich gerade dabei bin, auf meinem Nachttisch nachzusehen, entdecke ich die Ursache meiner inzwischen mittelstarken Kopfschmerzen: Mein Handy. Ich muss wohl gestern beschwipst meinen Klingelton geändert haben, denn diese seltsam nervige Feuerwehrsirene hätte ich im nüchternen Zustand sicher nicht eingestellt. Ich erinnere mich allerdings wieder daran, dass ich vorhin das Handy versteckt habe, um nicht mit dem seltsamen Typen schreiben zu müssen, dem ich gestern meine Nummer gegeben hatte. Da ich allerdings den Namen meiner Cousine auf dem Display lese,  nehme ich den Anruf an.

„Hi, bist du wieder nüchtern? Hör mal zu, ich hab Neuigkeiten: Die Tante Rosie macht jetzt Yoga. Und die Lotte hat auch schon gesagt, dass sie ab nächster Woche abnehmen will und nur noch Vollkornnudeln kocht, weil die genauso satt machen und auch ganz bestimmt genauso gut schmecken wie die normalen Nudeln, also du weißt schon die mit Weizen halt, aber die sind auf jeden Fall gesünder!“, erzählt mir meine Cousine am Telefon in einer Schnelligkeit, als hätte sie noch nie etwas von der sogenannten Atmung gehört. Da ich keine Lust habe, mir auch noch anzuhören was der Rest der Verwandtschaft in diesem Jahr alles besser machen will, verabschiede ich mich mit einem kurzen Tschüss und lege auf.

„Pah, Vollkornnudeln. Das einzige, auf das ich dieses Jahr verzichten werde, ist mein verdammtes Telefon!“, sage ich aus Spaß zu meinem Kater und werfe das Smartphone auf mein Boxspringbett. Obwohl ich das eigentlich überhaupt nicht ernst gemeint habe, gefällt mir der Gedanke irgendwie. Denn egal ob der bedeutungslose Flirt von gestern oder eben meine Cousine: Sie alle haben meine Handynummer und damit die ultimative Möglichkeit, mich rund um die Uhr zu nerven. Denn ich bin so süchtig nach dem Teil, dass ich es kaum aus der Hand legen kann. „Was meinst du, Apollo? Ist das eine gute Idee, mein Handy einfach mal für ein Jahr lang auszulassen?“, will ich von ihm wissen. Ein leises Miau genügt und ich habe meine Antwort. Entschlossen nehme ich also mein Handy und gehe damit auf den Speicher. Ein letzter Post, ein letzter Hinweis an Freunde und Verwandte und schon wird das Ding für die nächsten 365 Tage in irgendeiner Kiste verschwinden. Also schreibe ich:

Handy ab sofort aus. Zeit wird künftig sinnvoller investiert!

Es dauert keine zwei Minuten, schon erscheinen etliche Kommentare und Nachrichten auf meinem Display:

Hat die Telekom wieder was verbockt? 

Freut mich, dass du endlich schwanger bist! 

Oh, machst du jetzt doch die Weltreise?

Ich bin über die Nachrichten so verärgert, dass ich mich in meinem Entschluss noch einmal bestärkt fühle. Unglaublich, dass es mittlerweile so unnormal ist, wenn jemand einfach mal das Handy ausmacht. Also: Weg mit dem Ding!

Einen Monat später sitze ich in der Küche und habe Langeweile. Der letzte Teil meiner Krimiserie ist zu Ende gelesen, meine Cousine hat kurzfristig abgesagt, im TV läuft nichts und –  so Gott will – ich habe immer noch kein Handy! Die ersten  drei Wochen sind eigentlich wie im Flug vergangen und ich habe mein Telefon überhaupt nicht vermisst. Im Gegenteil: Ich habe viel häufiger das Haus verlassen, um mich mit anderen zu treffen oder habe den Nachmittag alleine mit Lesen zugebracht. Jetzt allerdings sitze ich hier und weiß nichts mit mir anzufangen. Als Kind hätte ich mit Sicherheit irgendeine Beschäftigung gefunden. Jetzt, als erwachsene Frau, bin ich mit der Langeweile komplett überfordert. Dennoch bin ich fest entschlossen, das Projekt „handylos“ weiterhin durchzuziehen und mich auf wichtigere Dinge zu fokussieren. In den Urlaub fahren zum Beispiel. Denn seit ich kaum noch die Urlaubsbilder meiner Freunde sehen kann, zieht es mich umso mehr in die Ferne. Im alten Jahr war ich von jedem Gardasee „Schnappschuss“ und jeder Außenansicht des Hamburger Michels genervt. Jetzt vermisse ich es.

Weitere zwei Monate später ist das erste Quartal des neuen Jahres schon wieder vorbei und mein Smartphone längst in Vergessenheit geraten. Mittlerweile habe ich sogar aufgehört über den Verlust (falls man das so nennen kann) nachzudenken und angefangen mein handyfreies Leben zu genießen. Ich verabrede mich deshalb spontan mit meiner Cousine in einer Bar. Wir setzen uns an den Tresen, bestellen zwei Flaschen Bier und besprechen, wo wir im Herbst Urlaub machen wollen. Dass ich gerne nach Kuba möchte und sie lieber nach Schweden, macht die Sache nicht gerade einfach, aber immerhin scheint uns der Gesprächsstoff nicht auszugehen. „Die Lotte war auch schon in Schweden und die hat gesagt, dass es da voll schön ist und ich glaub ihr das, weil die schon an voll vielen Orten war.“, versucht sie mich zu überzeugen. Doch ich habe mitten im Satz aufgehört zuzuhören, da etwas anderes meine Aufmerksamkeit beansprucht. Ein junger Mann kommt schnurstracks auf mich zu und wendet keine Sekunde lang den Blick von mir ab. Ich werde ganz aufgeregt, denn mich hat schon lange kein Mann mehr angesprochen. Und schon gar kein so gut aussehender wie dieser! Meistens wurde ich auf Tinder oder irgendeiner anderen bescheuerten Plattform geschmacklos angebaggert. Wie gut, dass ich mich Anfang des Jahres gegen mein Smartphone entschieden habe! Ich streiche mir nervös durch das Haar und setze mich aufrecht hin, da der Fremde mittlerweile neben mir Platz genommen hat. Er lächelt mich charmant an, macht mir ein Kompliment zu meiner Frisur und fragt schließlich: „Bekomme ich deine Handynummer?“

Zwölf.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Das zumindest behauptet eine Bank in ihrer Fernsehwerbung. Was mich persönlich antreibt, könnt ihr ja vielleicht schon erahnen. Es ist das Schreiben. Ich liebe es und könnte mich stundenlang damit beschäftigen. Und genau das habe ich die letzten Wochen auch getan. Ich habe insgesamt zwölf Kurzgeschichten geschrieben, die ich im neuen Jahr monatlich posten werde. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Protagonisten, die sich in manchmal auf einem Scheideweg und manchmal auf einer Zielgeraden befinden. Denn einige haben Glück und sind zufrieden, andere wiederum holt das Leben in seiner ganzen Rücksichtslosigkeit ein. Richtet euch schonmal eure gemütliche Leseecke ein, denn im Januar erscheint der erste Beitrag meiner Geschichtensammlung.

Gute Vorsätze für’s neue Jahr: 3 Gründe, warum wir sie gleich über Bord werfen sollten

Das neue Jahr kommt. Und es kommt meistens plötzlich. Damit auch eine Liste mit Vorsätzen, die wir in den kommenden zwölf Monaten umsetzen wollen. Bei manchen ist die Liste lang, bei wiederum anderen enthält sie nur einen Punkt. Endlich mit dem Rauchen aufzuhören landet sicher auch dieses Mal unter den Top 10 der guten Vorsätze. Warum wir aber ohne Vorsätze langfristig glücklicher werden, lest ihr hier.

EINS – Wir halten sie eh nicht ein

Na? Hast du 2018 endlich mit dem Rauchen aufgehört, dich im Fitness-Studio angemeldet oder früher angefangen für die Prüfungen zu lernen? Wer solche Fragen mit einem klaren Nein beantworten kann, weiß in seinem Inneren, dass sich auch Vorsätze für 2019 irgendwann in Schall und Rauch auflösen werden. Dann ist es plötzlich Juni und man hat ein schlechtes Gewissen. Außerdem fühlt man sich unter Druck gesetzt. Das hilft einem dann meistens auch nicht entscheidend weiter und man beschließt, es mit den Vorsätzen für den Rest des Jahres wohl lieber sein zu lassen.

ZWEI – Vorsätze sind meist nur wage formuliert

„Ich möchte mich gesünder ernähren“ oder „Ich möchte häufiger meine Eltern besuchen“ sind Formulierungen, die eigentlich alles sagen aber gleichzeitig auch nichts. Begriffe wie wenigerhäufiger oder gesünder sind meistens reine Auslegungssache. Nimmt man sich also vor für Klausuren häufiger zu lernen, und tut dies vielleicht einmal öfter als im Jahr davor, hat man vielleicht seinen Vorsatz eingehalten, aber wirklich geändert hat man sich nicht. Und dann hat man ebenfalls wieder ein schlechtes Gewissen.

DREI – Wir sind nicht perfekt

Man kann leider kein perfekter Mensch werden. Aber ein glücklicher Mensch werden liegt sehr wohl im Bereich des Machbaren. Selbst wenn wir es schaffen, frei von Lastern zu sein und uns in unserem Körper immer wohl fühlen, sind wir nicht automatisch glücklich. Das heißt, dass wir uns nicht permanent verbessern müssen und uns dabei einem strengen Plan unterziehen sollten. Wir dürfen auch mal auf der Couch bleiben oder ein Bier trinken, wenn uns gerade danach ist, ohne dieses lästige schlechte Gewissen haben zu müssen. Am Ende des Jahres zählt nämlich nicht, wie gut du deine Vorsätze umgesetzt hast, sondern ob 2019 ein schönes Jahr für dich gewesen ist.

Und jetzt?

Diese Aufzählung ist keine Aufforderung, nicht mehr an sich zu arbeiten. Wenn es etwas gibt, das dich an dir stört oder ernsthaft gesundheitsschädlich ist, dann ändere es! Aber nehme nicht das neue Jahr als Vorwand, sondern arbeite das ganze Jahr über an deinen Zielen. Am besten setzt du sie step-by-step um. Wie wäre es, wenn du deinen Zigarettenkonsum monatlich verringerst, anstatt sofort radikal damit aufzuhören? Oder wenn du an einem Tag in der Woche naschen darfst, ohne ganz darauf zu verzichten? Und selbst wenn das mit dem Naschen schon nach ein paar Wochen wieder vergessen ist: sei’s drum. Am Ende landen wir immer wieder in unserer Komfortzone, denn so sind wir Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon jetzt (ein wenig verfrüht) einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich hoffe, dass 2019 das Jahr eures Lebens wird. Ganz ohne schlechtem Gewissen.

Star Wars und ich: Eine Liebe auf den zweiten Blick

Es war wirklich keine Liebe auf den ersten Blick. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, als mir meine Freunde auf irgendeinem Parkplatz vorgeschlagen haben, gemeinsam Star Wars anzuschauen.

Star Wars? Auf keinen Fall! Für mich war klar, dass ich so einen überdimensionalen Schmarrn niemals anschauen würde. „Das ist wie Harry Potter“ – so haben meine Freunde dann versucht mich zu überzeugen und schnurstracks ein paar Termine ausgemacht, um alle Episoden anzugucken.

Wie Harry Potter? Seid ihr eigentlich bescheuert?! Es kann gar nichts geben, das mit Harry Potter vergleichbar ist! Aber gut, ich hab dann beschlossen mich selbst davon zu überzeugen.

Und dann kam der Abend, an dem wir mit haufenweise ungesundem Zeug vorm Fernseher saßen. Dann ging’s los. Episode I. Alles klar. Komische Dinger die mit Laserwaffen kämpfen. Ok? Abwarten. Mit der Zeit habe ich dann aber festgestellt, dass ich diese komischen Dinger eigentlich ganz cool finde. Also habe ich weitergeschaut. Und dann, ein paar Stündchen später, waren wir fertig mit Episode III.

UND ICH WAR DER GRÖßTE FAN DER WELT!

Ich muss zugeben, das kratzt ganz schön an meinem Ego. Mir einzugestehen, dass ich falsch lag. Dass Star Wars cool ist. Dass ich mich verliebt habe.

Unsere Liebe auf den zweiten Blick ging dann mit den drei Klassikern direkt weiter. Und ich wurde Zeuge von wohl weltberühmten Szenen und konnte lauthals „Luke ich bin dein Vater“ grölen. Ein gutes Gefühl.

Jetzt, seit Episode VII und VIII, weiß ich sicher, dass ich Star Wars heiraten will. Die Szene wo Kylo Ren und Rey im Wald kämpfen ist einfach nur episch. Oh und wir dürfen Rogue One nicht vergessen! Der war auch nicht schlecht.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie das die originalen Star Wars Omis und Opis beurteilen, die aus ihrer Jugend noch ersten drei Teile kennen. Keine Ahnung ob die den neumodischen Kram gut finden. Ich jedenfalls schon.

Wenn in euch ein kleiner oder großer Fan steckt, dann lasst es mich wissen und schreibt es in die Kommentare. Seit ihr auch schon so gespannt wie ich? Im Dezember soll die neunte und letzte Episode der Filmreihe in den Kinos anlaufen.

P.S. Ja, es ist wie Harry Potter.

Ich bin doch kein Roboter

Wie wird aus mir trotzdem eine schlaue Mathematikerin?

„Mathe ist einfach. Das kann jeder schaffen.“ Das versichert Mathematikprofessor Herold Dehling in einem Interview gegenüber der ZEIT. Ich frage mich, ob das stimmt. Wird Mathe tatsächlich immer schwerer bewertet als es eigentlich ist? Kann das wirklich jeder schaffen? Mir persönlich hat die Mathematik den Schulalltag schwer gemacht. Vielen anderen vermutlich auch.

Aber was ist Mathe überhaupt? „Na Rechnen!“ Wird der Durchschnittsbürger antworten. „Die Lehre der Mengen!“, würde mein Matheprof sagen. „Das Erkennen von Mustern.“, sagt mein Freund. Und damit hat er eigentlich recht.

Nur da beginnt das Problem. Denn wie würde der perfekte Mathematiker aussehen? Naja, wie ein Computer vermutlich. Oder ein Roboter. Denn der erkennt Muster ohne Probleme. Eigentlich ist das quasi seine einzige Aufgabe. Nullen und Einsen, und so weiter.

Doch wie hilft mir das weiter? Denn in der Mathe-Klausur  bin ich trotzdem auf mich gestellt und muss auf meine eigenen Fähigkeiten vertrauen. Doch da fällt mir ein, was ich eigentlich mit dem Computer gemeinsam habe. Auch das menschliche Gehirn mag Muster. Zumindest die Muster, die es schon einmal gesehen hat. Zahlreiche Studien belegen, dass das menschliche Gehirn bei der Wahrnehmung auf Erinnerungen zurückgreift und sie mit neuen Informationen vergleicht. Stellen wir eine Übereinstimmung fest, erkennen wir die neue Information und ordnen sie ein.

Das heißt im Klartext: man muss Mathe einfach üben. Muster immer wieder sehen und durchspielen, um sie leichter zu erkennen. Vermutlich hat er also recht, der Herr Dehling. Mathe kann jeder schaffen. Nur man muss eben bereit sein, einen gewissen Aufwand zu betreiben. Dass mich das nicht freut, ist ja auch klar. Irgendwie hatte ich auf einen kleinen Zaubertrick gehofft, um aus mir ein Mathe-Genie zu machen. Aber was soll’s. Dann werd ich mal loslegen und üben. Meine nächste Mathe-Klausur ist schließlich schon am Dienstag.

Hurra wir sind Eltern!

Plötzlich Mama, plötzlich Papa.

Wir haben uns entschieden. Wir wollen unsere traute Zweisamkeit beenden und unsere Familie vergrößern. Ja ich weiß, wir sind noch im Studium, aber die Dinge sind eben wie sie sind. Gründlich überlegt haben wir uns die ganze Sache natürlich. Nur dass es am Ende dann doch zwei werden, das war schon eine kleine Überraschung. 

Mia und Fee heißen die beiden Kitten, die wir uns dann doch recht spontan nach Hause geholt haben. So. Plötzlich zu viert. Damit mussten wir uns erstmal zurecht finden. An dieser Stelle möchte ich einen Freund zitieren, der gesagt hat, dass wir uns jetzt dem Katzentest unterziehen. Katzentest? So genau weiß ich auch nicht was das ist, aber sich eine Katze zuzulegen soll wohl für junge Pärchen eine Art Test sein, ob sie denn als Eltern geeignet wären. Also für echte Kinder, meine ich.

So ein Quatsch, habe ich mir am Anfang noch gedacht, Tiere sind kein Vergleich zu einem Kind. Aber wie es halt so ist im Leben, täuscht man sich manchmal. Das haben wir spätestens dann gemerkt, als eine unserer „Mäuschen“ (wie ich sie liebevoll nenne) Durchfall bekommen hat. Also Fee eingepackt, ab zum Arzt. Der hat dann gleich mal Schonkost angeordnet, was für uns bedeutet hat: Kochen. Für die Katze. Jeden Tag. Hähnchen und Reis. Also gut, wir so locker wie wir sind uns jeden Tag früh um Sieben in die Küche gestellt und für die Fee gekocht. Hat geklappt – Durchfall weg. „Alles ausgestanden“ sagt sich so schön, aber verschreit sich auch leicht. Eine Woche später: Mia hat Durchfall…

Aber es gibt natürlich noch viel mehr aufzuzählen: Katzenklo sauber machen (Windeln wechseln stinkt bestimmt genauso), kuscheln und pflegen, spielen und beschäftigen. Und den kleinen Zähnchen beim Wachsen zusehen. Also kurzum: Ja, wir sind tatsächlich Eltern geworden. Hurra. Bitte erstmal kein Kind.

Spaghetti und Salat: Schaurige Studentenküche

Eingeweicht ist halb gespült. Das gilt übrigens auch für’s Spaghetti-Sieb.

Kochen. Für viele die absolute Entspannung. Karotten schälen, Schnitzel klopfen oder Teig kneten wirkt für manche Menschen meditativ. Yoga für Hungrige, sozusagen. Für andere wiederum, ist kochen ein wahrer Spaß. Aufregend, abwechslungsreich und super spannend. Echte Koch-Junkies bekommen eine Gänsehaut, wenn das Fleisch in der Pfanne brät und sind unendlich stolz, wenn es am Ende innen leicht rosa und außen schön kross ist.

Dann gibt es da mich. Ich kann: nichts. Ok, Nudeln kochen bekomme ich noch geradeso hin. Warum mich der liebe Gott nicht mit dem nötigen Talent ausgestattet hat, weiß ich auch nicht so genau. Genau genommen hat er mich mit einem derart krassen Untalent bestraft, dass man das fast gar nicht erzählen darf.

Ich erinnere mich an die letzte Mahlzeit, die von mir gekocht wurde. Es gab Spaghetti Bolognese, oder zumindest so etwas Ähnliches. Bis auf die Tatsache, dass ich die halbe Küche abgefackelt habe und am Ende die komplett verbrannten Topflappen wegwerfen musste (was kostet die Welt?), hat die Sauce nach absolut NICHTS geschmeckt. Gut, dass ich Besuch da hatte. Peinlich berührt, habe ich dann versucht die Situation irgendwie zu retten, und hab dafür umso mehr Essig in den Salat geschüttet. Ein Geschmacksausgleich, quasi. Wie das Endergebnis dann geschmeckt hat, könnt ihr euch ja denken.

Immerhin habe ich genug Alternativen, was mein täglich Brot betrifft. Die Uni Kantine, zum Beispiel. Ich steh sowieso total auf lapprige Schnitzel und faden Kartoffelsalat. Perfekt also. Und dann gibt es da noch meinen Freund. Der kann gut kochen, also wirklich jetzt. Ganz ohne Quatsch, seine Lasagne ist ein Traum. Ich hoffe ich kann ihn für immer behalten, denn in den nächsten fünfzig Jahren werde ich sicher kein Kochbuch in die Hand nehmen!

Ein Häppchen zum Feierabend

Nothing but Netflix and Chill.

Das Brot ist geschmiert, das Bierchen kalt. Entspannt setzen wir uns auf das Sofa. Das ist der Moment, auf den wir den ganzen Tag gewartet haben. Fernseher an…

Es laufen die Nachrichten: Tagesschau mit Susanne Daubner. Während wir die letzten acht oder neun Stunden im Büro verbracht haben, ist wieder viel passiert auf der Welt. Unfälle, Erdbeben, Terror. Das will ich alles gar nicht sehen, schon gleich gar nicht wenn ich meinen Feierabend gemütlich verbringen will.

Also schalten wir um. Netflix. Natürlich schauen wir unsere Serie weiter. Es geht darin um ein Drogenkartell, das übermächtig ist und seine Finger überall im Spiel hat. Wenn es sein muss, wird auch mal jemand zur Strecke gebracht. Viel besser. Ist ja alles nicht echt. Wir lehnen uns zurück, genießen unser Gelbwurstbrot und sind froh, dass wir von den schlimmen Dingen dieser Welt nichts mitbekommen.