Das neue Jahr kommt. Und es kommt meistens plötzlich. Damit auch eine Liste mit Vorsätzen, die wir in den kommenden zwölf Monaten umsetzen wollen. Bei manchen ist die Liste lang, bei wiederum anderen enthält sie nur einen Punkt. Endlich mit dem Rauchen aufzuhören landet sicher auch dieses Mal unter den Top 10 der guten Vorsätze. Warum wir aber ohne Vorsätze langfristig glücklicher werden, lest ihr hier.

EINS – Wir halten sie eh nicht ein

Na? Hast du 2018 endlich mit dem Rauchen aufgehört, dich im Fitness-Studio angemeldet oder früher angefangen für die Prüfungen zu lernen? Wer solche Fragen mit einem klaren Nein beantworten kann, weiß in seinem Inneren, dass sich auch Vorsätze für 2019 irgendwann in Schall und Rauch auflösen werden. Dann ist es plötzlich Juni und man hat ein schlechtes Gewissen. Außerdem fühlt man sich unter Druck gesetzt. Das hilft einem dann meistens auch nicht entscheidend weiter und man beschließt, es mit den Vorsätzen für den Rest des Jahres wohl lieber sein zu lassen.

ZWEI – Vorsätze sind meist nur wage formuliert

„Ich möchte mich gesünder ernähren“ oder „Ich möchte häufiger meine Eltern besuchen“ sind Formulierungen, die eigentlich alles sagen aber gleichzeitig auch nichts. Begriffe wie wenigerhäufiger oder gesünder sind meistens reine Auslegungssache. Nimmt man sich also vor für Klausuren häufiger zu lernen, und tut dies vielleicht einmal öfter als im Jahr davor, hat man vielleicht seinen Vorsatz eingehalten, aber wirklich geändert hat man sich nicht. Und dann hat man ebenfalls wieder ein schlechtes Gewissen.

DREI – Wir sind nicht perfekt

Man kann leider kein perfekter Mensch werden. Aber ein glücklicher Mensch werden liegt sehr wohl im Bereich des Machbaren. Selbst wenn wir es schaffen, frei von Lastern zu sein und uns in unserem Körper immer wohl fühlen, sind wir nicht automatisch glücklich. Das heißt, dass wir uns nicht permanent verbessern müssen und uns dabei einem strengen Plan unterziehen sollten. Wir dürfen auch mal auf der Couch bleiben oder ein Bier trinken, wenn uns gerade danach ist, ohne dieses lästige schlechte Gewissen haben zu müssen. Am Ende des Jahres zählt nämlich nicht, wie gut du deine Vorsätze umgesetzt hast, sondern ob 2019 ein schönes Jahr für dich gewesen ist.

Und jetzt?

Diese Aufzählung ist keine Aufforderung, nicht mehr an sich zu arbeiten. Wenn es etwas gibt, das dich an dir stört oder ernsthaft gesundheitsschädlich ist, dann ändere es! Aber nehme nicht das neue Jahr als Vorwand, sondern arbeite das ganze Jahr über an deinen Zielen. Am besten setzt du sie step-by-step um. Wie wäre es, wenn du deinen Zigarettenkonsum monatlich verringerst, anstatt sofort radikal damit aufzuhören? Oder wenn du an einem Tag in der Woche naschen darfst, ohne ganz darauf zu verzichten? Und selbst wenn das mit dem Naschen schon nach ein paar Wochen wieder vergessen ist: sei’s drum. Am Ende landen wir immer wieder in unserer Komfortzone, denn so sind wir Menschen.

In diesem Sinne wünsche ich euch schon jetzt (ein wenig verfrüht) einen guten Rutsch ins neue Jahr! Ich hoffe, dass 2019 das Jahr eures Lebens wird. Ganz ohne schlechtem Gewissen.