Kategorie: Bücher

Riverdale: Ein Highschool-Drama für Erwachsene

Es ist ein Highschool-Drama. Gleichzeitig ist es aber auch ein Krimi, ein Musical und gezielte Gesellschaftskritik. Die Rede ist von der Erfolgsserie „Riverdale“ auf Netflix. Nach mittlerweile vier Staffeln hat die Erzählung um ein paar Teenager längst Kultstatus erreicht und fesselt viele Millionen Zuschauer vor ihren Bildschirmen.

Worum geht’s?

Die Kleinstadt Riverdale hat es in sich. Serienmörder, Drogendeals, Gangs sowie gefährliche Sekten stehen an der Tagesordnung und machen Riverdale zu einem ungemütlichen Ort. Die vier Teenager Betty Cooper, Archie Andrews, Jughead Jones und Veronica Lodge versuchen zwischen all den Vorfällen und Intrigen ein normales Highschool-Leben zu führen.

Während Jughead, ein talentierter Nachwuchs-Schriftsteller, die Geschichte um die vier Freunde erzählt, ist der Football-Spieler Archie die eigentliche Hauptfigur der Serie. Denn alle Charaktere der Netflix-Produktion beruhen auf den gleichnamigen Figuren der Archie Comics, die in den 1940er Jahren veröffentlicht wurden und sich um den Teenager Archie drehen.

Dieser besticht durch seine jugendliche Naivität und den Drang, sich ständig beweisen zu müssen. Bei den Frauen kommt das jedoch gut an; so hat Archie gleich in der ersten Staffel ein Verhältnis mit seiner Musiklehrerin. Später folgen Liebeleien mit unterschiedlichen Mädchen seiner Schule. Betty, die seit ihrer Kindheit Tür an Tür mit Archie wohnt, schafft es jedoch nicht, sein Herz zu erobern. Dafür spielt sie eine wesentliche Schlüsselrolle in der Serie: Denn Betty, das brave Kleinstadt-Mädchen, hat eine unheimliche und dunkle Seite, die mit der Zeit ans Licht kommt.

Veronica, die letzte im Bunde, gilt als die ultimative Luxus-Queen der Serie. Sie stammt aus reichem Elternhaus und zieht erst im Highschool-Alter in die Kleinstadt Riverdale. Zuvor lebte sie mit ihren Eltern in New York City. Doch die kleine Familie ist nicht perfekt – schnell stellt sich heraus, dass Veronicas Vater ordentlich Dreck am Stecken hat.

Über Teenager, aber für Erwachsene

Auch, wenn die Hauptfiguren der Erzählung 17-Jährige Teenager sind, die ihren Abschluss machen und heimlich knutschen wollen, ist die Serie nichts für schwache Nerven – oder gar Kinder. Denn in Riverdale wird eiskalt ermordet. Aus Rache, aus Hass oder um mit Drogen oder Organen zu handeln. Oh ja, ihr habt richtig gelesen. Die Story mischt also ordentlich auf. Und genau deswegen mag ich sie so gerne.

Denn zwischen die alltäglichen Highschool-Probleme und grausamen Morde, haben die Produzent/innen auch ordentlich kulturellen Input einfliessen lassen. So finden sich in der Serie Auszüge aus den Off-Broadway-Klassikern Carrie, Heathers und Hedwig And The Angry Inch. Drei Musicals, die sich mit gesellschaftskritischen Themen wie Selbstmord, Mobbing und Identitätsverlust beschäftigen. Wer Riverdale noch nicht kennt, sollte also definitiv mal reinschauen! Aber am besten erst dann, wenn die Kinder schlafen.

Bildquelle: https://www.serieslyawesome.tv/wp-content/uploads/2020/05/Riverdale-Season-4-Titelbild.jpg

Lila, Lila

Mein nächster Tipp ist ein Roman von Martin Suter. „Lila, Lila“ heißt das Buch, das ich an einem Stück verschlungen habe. Denn die Geschichte um David Kern ist nicht nur hoffnungslos romantisch, sondern auch eine Erinnerung daran, dass man die eigene Identität niemals aufgeben darf.

David ist ein Loser. Mit 23 hat er immer noch keinen anständigen Beruf erlernt; seine Abende verbringt er in einer Bar, wo er sich als einfacher Kellner den Lebensunterhalt verdient. Irgendwann wird er einen richtigen Beruf finden, da ist er sich sicher. Das Esquina, wie die Bar genannt wird, ist nur eine kurze Station in seinem Leben. Eigentlich will er weg. 

Doch dann betritt Marie die Bar. Die junge Frau, die hübsch und literarisch interessiert ist, geht David nicht mehr aus dem Kopf. Er versucht zwanghaft ihre Aufmerksamkeit zu erlangen, steht jedoch immer im Schatten seiner erfolgreichen Freunde, die ebenfalls in der Bar verkehren.

Als David in einem alten Nachtkästchen das Buchmanuskript „Sophie, Sophie“ findet, sieht er seine Chance endlich gekommen. Das Buch handelt von einem gewissen Peter Landwei, der in den 1950er Jahren unsterblich in die junge Sophie verliebt ist und hofft, dass – so Gott will – ihre Liebesgeschichte nicht traurig endet. Da sich Sophie allerdings von ihm abwendet, kündigt er an, sich das Leben zu nehmen. David geht deshalb davon aus, dass der wahre Autor des Werks bereits tot ist. Deshalb überreicht er Marie das Manuskript mit der Behauptung, dass es von ihm verfasst wurde. 

Marie, die David zunächst überreden will, das Buch an einen Verlag zu schicken, handelt schließlich eigenhändig und überreicht das Manuskript einem Frankfurter Verleger. Die dort beschäftigte Lektorin sieht in dem jungen Autor sofort großes Potential und schlägt David eine Zusammenarbeit vor.

Da David fortan nicht nur einfacher Kellner, sondern auch ein vielversprechender Buchautor ist, hat Marie plötzlich Interesse an ihm. So kommt es, dass die beiden ein Paar werden. David baut indessen seine Karriere als Autor aus und reist in verschiedene Kleinstädte, um aus seinem Werk „Lila, Lila“ vorzulesen. Bei jedem Auftritt ereilt ihn aber die Angst, jemand könne ihn als Betrüger entlarven. Lebt der echte Autor noch? Kennt jemand die Wahrheit? Schüchtern und stotternd sitzt der junge Mann also jedes Mal auf dem Sessel und hofft, dass die Leseabende schnell vorbei gehen.

Ob Davids Lüge tatsächlich aufgedeckt wird und ob seine Beziehung zu Marie Zukunft hat, lest ihr am besten selbst…

Jagdtrieb

Die Jagd nach guten Büchern und vor allem Krimis hat mich in den letzten Jahren ziemlich erschöpft. Denn Auswahl gibt es reichlich, aber viele Geschichten sind inhaltlich kaum voneinander zu unterscheiden. Eine Leiche am Anfang und ein erfahrener Kommissar, der herausfindet, woher die Leiche am Anfang kommt und wer dafür verantwortlich ist. Wer auf diesen klassischen Kitsch – wie ich es jetzt einfach mal formuliere – steht, der sollte Jadgtrieb von Hendrik Esch auf keinen Fall lesen. Wer das 0815-Bla-Bla aber so langsam satt hat, der sollte schleunigst auf die Pirsch gehen und sich ein Exemplar sichern.

Kurz zum Inhalt: Paul Colossa ist ein junger Anwalt und ein waschechter Münchner. Aufgrund des Selbstmords seines Onkels verlässt Paul allerdings seine Heimat, um in der bayerischen Provinz Neustadt dessen Kanzlei zu übernehmen. Dort lernt er auch die junge Russin Maja kennen, die von ihrem Ex gestalkt wird und nun um Pauls Hilfe bittet. Paul lässt sich natürlich darauf ein, merkt aber langsam, wie der ganze Fall aus dem Ruder läuft…

Als ich das Buch aufgeschlagen habe und mit den ersten beiden Seiten durch war, dachte ich mir nur: Was zur Hölle habe ich da gerade gelesen? Ich hatte am Anfang tatsächlich Schwierigkeiten, mich an den Schreibstil des Autors zu gewöhnen. Denn der ist wirklich sehr außergewöhnlich. Aber bekanntlich gewöhnt sich der Mensch ja an alles, so auch in diesem Fall. Ich habe also weitergelesen und mit jeder Seite konnte ich mich mehr und mehr in die Figur Paul hineinversetzen und letztendlich feststellen: Man muss so verrückt schreiben, wenn man so eine Geschichte erzählt.

Die Geschichte kommt so erfrischend ironisch daher, dass man bei aller Ernsthaftigkeit des Themas irgendwie trotzdem schmunzeln muss. Ist das jetzt gut oder schlecht? Ebenfalls erfrischend ist die Tatsache, dass die Hauptfigur so wahnsinnig sympathisch ist. Paul Colossa ist meiner Meinung nach total verunsichert in allen Dingen und versucht das permanent zu verstecken. Er ist also ein echter Mensch mit echten Schwächen. Davon möchte ich in Zukunft gerne mehr lesen. Deswegen bleibt eine Frage offen: Wann gibt es eine Fortsetzung?


Die Teerose

Meine erste Buchempfehlung auf ichlesedas.de liegt mir besonders am Herzen. Denn die Teerose, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, hat eigentlich alles was ein gutes Buch haben muss: Eine mittellose Protagonistin, die sich von niemandem etwas sagen lässt und schließlich zur Großunternehmerin wird. Eine Verliebtheit, bei der es kein Happy End gibt. Eine Freundschaft, die stärker ist als alles andere. Und eine Geschichte, die zu Tränen rührt.

Ich muss sagen, dass ich überhaupt kein Fan von vorhersehbaren Geschichten bin. Wenn ich am Anfang des Buchs schon das Ende erahnen kann *gähn*. Das war bei der Teerose glücklicherweise zu keiner Zeit der Fall. Ich wurde immer wieder aufs neue von der Geschichte überrascht und habe die Kühnheit der Autorin sehr bewundert. Die Teerose ist der erste Teil einer Trilogie. Die beiden anderen Teile heißen Die Winterrose und Die Wildrose und sind auf alle Fälle genauso lesenswert. Jedes Buch ist einem Geschwisterteil gewidmet und erzählt dessen Lebensgeschichte. Die Handlungen spielen zu stürmischen Zeiten: Sowohl die Angst vor Jack the Ripper als auch neue Erkenntnisse in der Wissenschaft sorgen für viel Gesprächsstoff auf den Straßen Londons, wo die drei Geschwister zuhause sind. Schauplatz der Bücher sind aber unterschiedliche Länder und Kontinente. Leser bereisen mithilfe der Geschichten also die ganze Welt. Daumen hoch!

Super schönes Serienwetter!

Na? Immer noch kalt draußen? Immer noch Prüfungszeit? Für alle, die lieber eingekuschelt auf dem Sofa sitzen anstatt zu lernen oder außen durch den Matsch zu laufen, habe ich ein paar tolle Serienempfehlungen vorbereitet. Damit aber auch wirklich keiner zu kurz kommt, stelle ich euch Serien verschiedener Plattformen vor.

Netflix: Der Mord an Gianni Versace

Fangen wir mal gleich mit Netflix an, denn ich denke, dass die meisten von euch hier ihre Serien suchten. Pardon, anschauen. Seit wenigen Tagen ist auf Netflix die zweite Staffel von American Crime Story online. Aber keine Panik, die einzelnen Staffeln der Serie haben eine in sich abgeschlossene Handlung, weshalb ihr die erste also nicht kennen müsst. In der aktuellen Staffel wird der Mord am Star-Designer Gianni Versace nachgestellt. Dieser wurde in den 1990er Jahren vor seiner protzigen Villa in Miami Beach urplötzlich von einem Unbekannten erschossen. Die Hauptrolle hat Versace in der Serie allerdings nicht inne. Dafür aber sein Mörder, ein gewisser Andrew Cunanan, der sich in der Schwulenszene des modernen Amerika einen Namen gemacht hat und neben Versace noch andere Männer auf dem Gewissen hat. Andrews Welt wird dominiert von teuren Klamotten, schicken Autos und eiskaltem Hass. Eine glamouröse Mordserie.

Sky: Sharp Objects

Mit einer Mordserie machen wir gleich weiter, diese ist aber alles andere als elegant. In der Serie Sharp Objects verschwinden im verschlafenen Wind Gap (Missouri) nacheinander zwei junge Mädchen. Die forsche Journalistin Camille, die in Wind Gap ihre Kindheit verbracht hat, wird von ihrem Chef dorthin geschickt, um über die mysteriösen Umstände zu berichten. Camille ist allerdings nicht besonders begeistert, da sie keine wirklich schönen Erinnerungen an ihre Kindheit hat. Dennoch macht sie sich auf den Weg in ihre Heimatstadt. Dort trifft sie auf ihre Mutter. Diese ist eine melancholische Frau im mittleren Alter, die außer ihrem altehrwürdigen Haus und ihrer jüngsten Tochter Amma keinen Sinn im Leben zu haben scheint. Im Laufe der Recherchen kommen immer mehr Grausamkeiten ans Licht. Eine Thriller-Serie, die sowohl Mitleid als auch Entsetzen auslöst.

Amazon Prime: Goliath

Meine letzte Empfehlung ist keine wirkliche Neuerscheinung. Goliath gibt es schon seit 2016 und mittlerweile sind bereits zwei Staffeln erschienen. Dennoch möchte ich euch die Serie vorstellen. Billy McBride ist ein alter und versoffener Kerl, der die beste Zeit seines Lebens bereits hinter sich hat. In seiner Vergangenheit war er ein angesehener Anwalt, jetzt allerdings haust er in einem schäbigen Motel an der Küste Kaliforniens und vertreibt sich die Zeit in einer Kneipe. Zu seiner Überraschung wird er von der gutaussehenden Strafanwältin „Patty“ darum gebeten, ihm bei einer Zivilklage gegen seine frühere Kanzlei zu unterstützen, die eine große Rüstungsfirma vertritt und einen Mord vertuschen will. Billy hat zwar zunächst keine Lust, lässt sich aber auf einen Deal mit Patty ein, da er eigentlich nichts zu verlieren hat. Die Serie hat ihren Namen sicherlich von dem biblischen Showdown zwischen David und Goliath. Ein Alkoholiker und eine Blondine: Haben die beiden überhaupt eine Chance vor Gericht? Eine etwas außergewöhnlichere Anwaltserie.

Also los geht’s! Schnappt euch eine heiße Tasse Kakao, eure Lieblings-Decke und dann ab auf’s Sofa. Und wenn ihr jetzt maßlos enttäuscht seid, weil ihr schon alle Serien gesehen habt, dann solltet ihr vielleicht doch mal an die frische Luft. Mich eingeschlossen.