Ich befinde mich in einem Raum. Es ist dunkel, nur ein kleiner Lichtstrahl kommt durch das Fenster. An den Wänden hängen Bilder, in der Ecke steht ein Jugendstil-Sofa. Ein vertrautes Gefühl steigt in mir auf. Und gleichzeitig habe ich Angst. Wovor, das weiß ich nicht. Ich weiß bloß, dass es eine Erinnerung ist. Vergraben. Unter vielen anderen. Weit weg. Denn es ist eine Erinnerung aus einem früheren Leben. Meinem früheren Leben.

Mit diesem kurzen Absatz, den du gerade gelesen hast, lasse ich die Hosen runter. Tutti completti, quasi. Ich gebe damit Einblick in mein tiefstes Seelenleben. Meine Emotionen. Meinen Glauben. Denn eine Sache ist (für mich persönlich) noch sicherer als das Amen in der Kirche: ich wurde wiedergeboren. Einmal, zweimal, vielleicht noch öfter.

Gezeigt hat sich das bereits, als ich noch ein kleines Mädchen war. Vier Jahre alt, vielleicht? Wir besuchten einen Freizeitpark in der Nähe und betraten dort einen Raum, der den Saloons des Wilden Westens nachempfunden war. Und obwohl ich – zumindest in diesem Leben – keinerlei Berührungspunkte dazu hatte, fühlte es sich wie Heimkommen an. Also echt jetzt. Ich war vier Jahre alt. Vier. Und wusste, dass ich hierher gehörte. In den Saloon. Er war mein Zuhause.

Diese Empfindungen ziehen sich seither konsequent durch mein Leben. Historische Museen ziehen mich magisch an und Dokumentationen oder Filme über vergangene Zeiten lösen in mir die unterschiedlichsten Emotionen aus. Das ging letztens so weit, dass ich eine Serie aus den 1960ern abbrechen musste, weil mich das Setting unfassbar traurig gemacht hat. Dieser Einrichtungsstil? Kenne ich! Diese Frisuren? Kenne ich!

Und während ich so vor mich hin säuselte, weil in mir immer wieder unerklärliche Erinnerungen hoch keimten, las ich zufällig, dass laut Maya-Kalender aktuell die sogenannten Portaltage waren. Das sind bestimmte Tage im Jahr, an denen eine hohe kosmische Schwingung zu messen ist. Diese hat starken Einfluss auf Körper, Geist und Seele. Deswegen eignen sich diese Tage besonders gut, um seelische Wunden zu heilen. Aus diesem, oder aus früheren Leben.

Und meine Wunden, die nicht aus diesem Leben sind, will ich auch heilen. Irgendwann. Wenn ich den Mut habe. Nachzuforschen. In mich zu gehen. Bis dahin konzentriere ich mich aber auf das Hier und Jetzt. Immer mit dem Wissen, dass ein Neuanfang kommt. Egal, wie schwer es auch sein mag.

Puh. Jetzt gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder, ihr haltet mich für völlig durchgeknallt. Oder, ihr seid offen dafür, dass es in diesem wundervollen Universum weit mehr Dinge gibt, als wir sehen können. Als wir auch nur ansatzweise erahnen können. Gestern. Morgen. Und immer.